Knapp 300 Einzelwerkbesprechungen, eingebunden in die Musik- und Ideengeschichte des Genres und in die politische und allgemeine Kulturgeschichte, bieten dem Opernbesucher Verständnishilfen für das moderne Musiktheater. Im Vordergrund steht dabei stets der Kunstwerkcharakter der behandelten Opern. Zugleich wird in Zeiten zunehmender Etatkürzungen das Bewusstsein für die Vitalität und gesellschaftliche Bedeutung dieser Kulturform geschärft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.10.2006
Ulrich Schreibers Opernlexikon in 5 Bänden ringt Reinhard J. Brembeck schon durch die schiere Materialfülle Bewunderung ab. Beim Autor hat man es mit der überaus seltenen Mischung aus "Bildungsbürger und Altachtundsechziger" zu tun, so der Rezensent, der sich vom großen geistesgeschichtlichen Wissen und dem Mut des Autors zu eigenwilligen Interpretationen und Wertungen tief beeindruckt zeigt. Man merke den Eintragungen über das Musiktheater von seinen Anfängen um 1600 bis zur Gegenwart den Enthusiasmus des praxisnahen Musikkritikers an, stellt Brembeck fest, der das Hauptinteresse Schreibers im Musiktheater seit 1950 ausmacht. Schade findet er nur, dass ausgerechnet dieser umfangreichste Teil auf drei Bände aufgeteilt ist und zudem ein die Übersicht erleichterndes Gesamtregister fehlt. Insgesamt haben sich zwar einige kleine Fehler in das Nachschlagewerk eingeschlichen, was Brembeck aber angesichts dieses Mammutunternehmens für mehr als verzeihlich hält.
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