Ulrich M. Schmid (Hg.)
Ukrainische Literaturgeschichte

J. B. Metzler Verlag, Stuttgart - Weimar 2025
ISBN 9783662706367
Gebunden, 376 Seiten, 34,99 EUR
ISBN 9783662706367
Gebunden, 376 Seiten, 34,99 EUR
Klappentext
Der offene Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 hat der westlichen Öffentlichkeit die Wichtigkeit der ukrainischen Kulturgeschichte bewusst gemacht. Es mangelt allerdings an grundlegenden Handbüchern. Auf Deutsch liegt keine ukrainische Literaturgeschichte vor, die einen Überblick über die wichtigsten Autorinnen und Autoren sowie die Entwicklung der literarischen Genres geben würde.Es gibt eine Reihe von Fragen, der sich eine ukrainische Literaturgeschichte stellen muss. Wann und mit welchen Texten beginnt die Geschichte der ukrainischen Literatur? In welchen Sprachen und in welchem Raum vollzieht sie sich? Welche regionalen Besonderheiten sind zu beachten? Welche institutionellen Bedingungen ermöglichen und behindern den literarischen Prozess in der Ukraine? Schließlich ist noch auf ein wichtiges Spezifikum hinzuweisen. Eine ukrainische Literaturgeschichte kann keine Darstellung eines literarischen Prozesses sein, der unabhängig von seiner eigenen Reflexion, Historisierung und Institutionalisierung abläuft. Mit anderen Worten: Die ukrainische Literaturgeschichte "entstand" nicht einfach, sondern sie wurde über weite Strecken als gewollte kulturelle Ordnung konstruiert.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.09.2025
Der Osteuropahistoriker Karl Schlögel ist voll des Lobes für die von Slawistikprofessor Ulrich Schmid herausgegebene Literaturgeschichte der Ukraine, die ihm zufolge das "Zeug zum Standardwerk" hat: Die Beitragenden gehen von ukrainischer Literatur als wichtigem Teil der Nationenbildung voll transkultureller und -nationaler Verflechtungen aus. Sie setzen bei den Autoren der Zeit der Kiewer Rus an und gehen bis heute. Historisch orientiert würden diverse Gattungen von Lyrik bis "Massenliteratur" in den Blick genommen und dabei stets nicht vergessen, dass die Ukraine es in ihrer Geschichte durch unterschiedliche Herrschafts- und Staatsorganisationsformen geprägt war. Zensuren wie das "Walujew"-Zirkular, das der ukrainischen Sprache ihre Existenz absprach, kommen laut Schlögel ebenso vor wie die paneuropäischen Ströme, in die sich Autoren wie Walerjan Pidmohilni einschreiben, zu den heute bekanntesten Autoren dürfte Serhij Zhadan als Teil der "ostukrainischen Trümmerromantik" zählen. Für den Kritiker ein bedeutender Band, um die Ukraine und ihre Literatur näher kennenzulernen.
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