Wer waren die Nationalsozialisten? Diese einfache Frage berührt den Kern der NS-Herrschaft. Denn wer sie präzise beantworten will, der muss wissen, wer das Dritte Reich ermöglicht und durch sein Handeln - oft bis zuletzt - unterstützt hat. Ulrich Herbert, einer der angesehensten Zeithistoriker der Gegenwart, geht in diesem Buch den spezifischen Merkmalen der nationalsozialistischen Diktatur nach und analysiert von den Ursprüngen des Judenhasses bis zum Werdegang einstiger NS-Funktionäre in der Bundesrepublik zentrale Themen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2021
Rezensent Stephan Speicher entdeckt in Ulrich Herberts Aufsatzsammlung nicht unbedingt neue Gedanken zur Titelfrage, Herberts empirischer Ansatz bei der Suche nach den Ursachen des Judenhasses aber scheint ihm durchaus vielversprechend. So stößt ihn der Autor auf die Gewalterfahrung einer Generation durch den Ersten Weltkrieg. Wie der Autor die Integration der NS-Größen in der frühen Bundesrepublik beschreibt, als soziale Technik, scheint Speicher treffend.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.03.2021
Rezensent Matthias Arning freut sich, die Texte des Freiburger Historikers Ulrich Herbert zur Frage, wer die Gewaltpolitik der Nazis gestützt hat, gesammelt in einem Band lesen zu können. Die Texte aus fünfundzwanzig Jahren erkunden die Ursprünge des Antisemitismus, die Bürokratie, die Eliten des Nationalsozialismus und die Rolle der Zwangsarbeiter, erläutert der Rezensent. Herberts Ansatz, mit seinen Erklärungen bei den Folgen des Ersten Weltkriegs anzusetzen, scheint Arning nachzuvollziehen können. Aufschlussreich auch in Hinblick auf die politische Neuorientierung in der jungen BRD, findet er.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.02.2021
Sehr aufmerksam hat Dietmar Süß die Aufsätze dieser Sammlung noch einmal gelesen. Er würdigt den Autor als jemanden, der früh differenziert zentrale Elemente des Nationalsozialismus analysiert hat und aufräumte mit der Selbstmythologisierung der Deutschen. Deutlich habe er ihre Strategien einer "putativen Pauschalentlastung", wie er es nannte, aufgezeigt, lobt der Rezensent. Der die Lebensleistung des Autors würdigende Kritiker, selbst Zeithistoriker, zeigt seinerseits deutlich auf das bürgerliche, auch akademische Expertentum hin, das sich dem NS zur Verfügung stellte, und betont im Einklang mit dem Autor, wie eine breit anschlussfähige Ideologie dies erleichterte.
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