Ulf Poschardt

Bückbürgertum

Cover: Bückbürgertum
Westend Verlag, Frankfurt am Main 2026
ISBN 9783987913709
Gebunden, 352 Seiten, 27,00 EUR

Klappentext

Gefährlicher als die Shitbürger sind die Bückbürger. Jene Konservativen und Liberalen, CEOs und Manager, Bischöfe und Intellektuelle, Kanzlerinnen und Kanzler die - wider ihre Überzeugung - nahezu jeden Unsinn links der Mitte mitgemacht oder befördert haben. Und gerade das Land regieren. Eine Geschichte verlorener bürgerlicher Kulturkämpfe von 1945 bis 2026. Ein wüster Ritt durch die bürgerlichen Abgründe aus Angst, Feigheit und kulturellem Unvermögen - und was weiße Turnschuhe, E-Autos und die FAZ damit zu tun haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.06.2026

"Selbstkritische, nicht schadenfreudige" Leser wünscht Rezensent Jens-Christian Rabe dem neuen Poschardt. Auf das "Shitbürgertum" lässt Ulf P. das "Bückbürgertum" folgen - gemeint ist seine eigene politische Heimat, der liberale Konservativismus, der zwar Poschardts Angriffe auf die linken Shitbürger feierte, aber letztlich intellektuell wenig Gegenwehr leistet. Auch diesmal schreckt der "Profi-Großsprecher" Poschardt nicht vor großen rhetorischen Gesten bis hin zu Kant-Zitaten zurück, "lustig übertriebene rhetorische Rempeleien" macht der Kritiker außerdem aus - Rabe findet das trotzdem "originell". Vieles liest sich doch eher wie "Shitbürgertum" 2.0 - die Linksliberalen bekommen wieder ordentlich ihr Fett weg. Dennoch liest Rabe das Buch mit Gewinn, denn es ist ja tatsächlich so, dass die demokratische Rechte ihr eigenes Selbstverständnis allzu selten reflektiert, was dem politischen Diskurs im Land insgesamt schadet. Auch Linke sollten sich, empfiehlt der Rezensent, nicht von Poschardts ziemlich scharfen Tonfall zum Beispiel in migrationspolitischen Fragen auf die Palme bringen lassen; sondern lieber die Diskussion mit Positionen suchen, die nicht die eigenen sind und dennoch demokratischen Prinzipien treu bleiben. Insgesamt, so könnte man die Besprechung zusammenfassen, unterbreitet Poschardt hier also diversen Parteien ein Gesprächsangebot.

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