Aus dem Niederländischen von Verena Kiefer. Was war und was wird sein? Das Leben ist voller Geheimnisse. Eines Tages trifft ein vom Regen klatschnasses Mädchen in einem heruntergekommenen Hotel ein, das von einem Fuchs und einer Ratte geführt wird. Sie weiß nicht, wer sie ist, woher sie stammt und wohin sie will: Wie kommt es, dass ihre tierischen Herbergseltern sprechen können? Und woher stammt die geheimnisvolle Musik, die das Haus erfüllt? Gleichzeitig entspinnt sich eine zweite Geschichte, in der das Mädchen Muis versucht, ihr Leben neu zu ordnen, nachdem ihr Vater, ein Musiker, tödlich verunglückt ist. Etwas verbindet die beiden und langsam fügen die Puzzleteile sich zusammen.
Viel Lob erntet dieses "mutige" Debüt von Rezensentin Birgit Dankert, dem sie, wie sie schreibt, ein "von Fantasie und Menschlichkeit beflügeltes Leseerlebnis" verdankt. Ebenso stilsicher wie unterhaltsam nämlich bediene sich die niederländische Autorin in ihrer Geschichte um ein trauerndes Kind aus Motiven der fantastischen Literatur, die gerne Entwicklungsprozesse in surreale Parallelwelten verschiebe. Ort des Geschehens sei ein leeres Hotel am Meer, dass sich langsam mit geheimnisvollen Menschen fülle. Die Geschichte handele von einem Mädchen, das seinen Vater verlor, und mit der Tatsache hadert, dass es vor dessen Tod einen ungeklärten Streit gegeben hat. Die Autorin beschreibe höchst sinnfällig und suggestiv die Traumwelten, in die sich die Zwölfjährige in ihrer Verzweifelung flüchtet, in denen Wirklichkeit und Unbewusstes nicht zu unterscheiden seien. Auch das tendenziell glückliche Ende der Geschichte nimmt sie sehr für Buch und Autorin ein.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.06.2009
Gleichermaßen berührt und gefesselt ist Anja Knabenhans von diesem Kinderbuch. Truus Matti erzählt darin von einem 11-jährigen Mädchen, das seinen Vater verloren hat, sowie in einer Parallelgeschichte von einem gleichaltrigen Mädchen, das sich in einem seltsamen, von einem Fuchs und einer Ratte geführten Hotel wieder findet. Die rätselhafte Verknüpfung der beiden Geschichten verstärke die Spannung, wobei es der niederländischen Autorin dennoch gelinge, sie für ihre Leser klar auseinander zu halten, lobt die Rezensentin. Ungewöhnlich und sehr berührend fand sie das Thema des Todes eines Elternteils behandelt und der Schluss, den sie natürlich nicht verrät, hat sie ebenfalls "überzeugt".
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