Klappentext
Aus dem Dänischen und herausgegeben von Ursel Allenstein. Erstmals auf Deutsch: Gedichte aus vier Jahrzehnten: Tove Ditlevsen gilt inzwischen weltweit als außergewöhnliche Prosaschriftstellerin. In ihrer Heimat Dänemark aber wurde sie von Anfang an auch als Dichterin gefeiert. Ihre erste Gedichtsammlung veröffentlichte sie in ihren frühen Zwanzigern und schrieb bis an ihr Lebensende verspielte, schwermütige, witzige Verse: In den Körpern Erwachsener stehen kleine Mädchen auf Zehenspitzen, literarische Errungenschaften und persönliche Niederlagen werden unbeirrt offenbart, und Liebhaber kommen und gehen wie die Jahreszeiten.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2026
Die vor fünfzig Jahren durch Suizid gestorbene Tove Ditlevsen hat in ihrer Heimat Dänemark längst "kanonischen Status", auch weil sie das Genre der Autofiktion in Dänermark entscheidend mitgeprägt hat, weiß Rezensent Stephan Opitz. Ursel Allenstein hat nun mit großer Sorgfalt eine Auswahl von Gedichten aus fast vierzig Jahren zusammengestellt und übersetzt, in denen es um ihre sozial "unterprivilegierte" Herkunft und um die Hoffnung geht, daraus zu entkommen, wie Opitz erklärt. " - du hast dich den Lichtern verschrieben, / bleibst fern in ihrem Schein", heißt es in einem der Poeme, mit für den Kritiker soghafter Wirkung, denn Ditlevsen weiß eine große Bandbreite an lyrischen Mitteln von freien Rhythmen bis metrischer Strenge zu bedienen. Oft kommen ihm die Gedichte vor wie "präzise Kurzfassungen von Trauer", etwa, wenn es um eine gescheiterte Beziehung geht, aber mit den Bezügen zu Kirchen- und Arbeiterliedern stellt sich auch eine große Musikalität ein, versichert er. Er ist froh, dass diese gelungene Auswahl nun auch auf Deutsch zu entdecken ist.
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