Torsten Niechoj

Kollektive Akteure zwischen Wettbewerb und Steuerung

Effizienz und Effektivität von Verhandlungssystemen aus ökonomischer und politikwissenschaftlicher Sicht
Cover: Kollektive Akteure zwischen Wettbewerb und Steuerung
Metropolis Verlag, Marburg 2003
ISBN 9783895184185
Kartoniert, 375 Seiten, 36,80 EUR

Klappentext

Kollektive Akteure wie Gewerkschaften, Bauern- oder Unternehmensverbände stehen unter dem Verdacht, einseitig die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten. Sind sie zureichend als rent seekers zu beschreiben und schaden daher Wirtschaft und Gesellschaft? Oder nehmen sie notwendige Steuerungs- und Willensbildungsfunktionen wahr? Aus der Perspektive ökonomischer und politikwissenschaftlicher Theorien geht der Autor diesen Fragen nach und klärt die Funktionalität auf Verhandlungen setzender Akteure innerhalb der jeweiligen Theoriekonzepte. Es zeigt sich, daß Effizienzbewertungen zum Verständnis von Verhandlungslösungen weniger beitragen können als ihre Betrachtung unter Effektivitätsgesichtspunkten. Die Arbeit schließt mit einer Anwendung auf Arbeitsbeziehungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.02.2004

Norbert Tofall ist mit dem meisten, was Torsten Niechoj in seinem Buch über die Effizienz und Effektivität kollektiver Akteure äußert, nicht einverstanden, und er nimmt sich viel Raum, seine Kritik darzulegen. So begrüßenswert er ein Buch zu diesem Thema findet, so enttäuscht ist er über die "Kardinalfehler", die der Autor seiner Ansicht nach in seiner Argumentation eingebaut hat. So kritisiert der Rezensent nachdrücklich, dass Niechoj in seiner Studie nicht zwischen dem kollektiven Akteur Staat und anderen Interessensverbindungen unterscheidet und trennt. Dass der Autor beispielsweise die verständlichen Auslassungen über den Staat von Adam Smith in dessen "System der natürlichen Freiheit schlicht unterschlägt", sieht er dieser mangelnden Trennung geschuldet, aber nicht entschuldigt. Des weiteren wirft der Rezensent Niechoj vor, in seiner "gewagten und letztlich nicht haltbaren Interpretation" von Texte von Mancur Olson und Friedrich August von Hayek unter den Tisch fallen zu lassen, dass kollektive Akteure auch auf "Raubgewinne" spekulieren können. Sowohl Olson als auch Hayek hätten in ihren Schriften deutlich gemacht, dass Wirtschaftswachstum eng mit der "Geschichte der Entwicklung des Rechts" zusammenhängen. Hier hätte der Autor "in die Breite lesen" müssen, um diese Erkenntnis in seinen Ausführungen angemessen berücksichtigen zu können, so Tofall sehr unzufrieden.
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