Freunde hat, wer sich Freunde macht. Und das ist gar nicht so schwer: Man braucht nur das richtige Werkzeug ... und vielleicht noch einen Freund, der einem beim Freundemachen hilft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2007
Andreas Platthaus ist sehr angetan von diesem neuen Werk des Autoren und Zeichners Tomi Ungerer. Die Geschichte, und vor allem die von den beiden Protagonisten erschaffenen Figuren, scheinen ihm vor lauter "Lust am Detail" geradezu überzusprudeln. Oberflächlich lesen dürfe man das buch aber nicht, weil es dann allzu schnell als "klischeebehaftete Integrationsgeschichte" fehlinterpretiert werden könnte. Bei genauerem Hinsehen aber entdeckt Platthaus, dass es Ungerer hier vor allem um die eigenen Leidenschaften geht, allen voran die pure Lust an der Schöpfung. Schönheit oder Sinnhaftigkeit stehen dabei an zweiter Stelle. Ungerer, dem Rezensenten und den Kindern, gefällt schließlich das "Makabre und Absonderliche" viel besser.
Hingerissen ist Rezensent Thomas David vom neuen Bilderbuch Tomi Ungerers, der damit unter Beweis gestellt habe, "dass er auch als einer der Großväter seines Metiers" noch immer zaubern könne. Vor allem freut sich Rezensent David darüber, dass es dem Autor ein weiteres Mal gelungen ist, mit seinen Büchern nicht nur Kinder zu begeistern: "Auf nie gesehene Weise" verbinde er Kinder- und Erwachsenenbuch, so dass auch durchaus "die ein oder andere Scheußlichkeit" auftauchen kann. So gefällt dem Rezensenten insbesondere Ungerers ironische und selbstreflexive Malart, die es ihm beispielsweise ermöglicht, ganz ohne erhobenen Zeigefinger die Verwertungsideologie des "Kunstbetriebs" aufs Korn zu nehmen. Nicht zuletzt deshalb ist dieses Buch für David "so aufregend und romantisch, so voller Überraschungen wie ein Schrottplatz bei Mondschein".
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