Tomek Tryzna

Zauberer

Roman
Cover: Zauberer
Luchterhand Literaturverlag, München 2006
ISBN 9783630871837
Gebunden, 256 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Agnieszka Grzybkowska. Kurz nur hat Romek Stratos seine Spielzeugarmee im Stich gelassen, um ein paar Runden mit einem Tretauto zu fahren. Aber dieser kurze Augenblick hat den Einbrechern genügt, um alles auszuräumen, was der Familie Stratos gehörte. Romek will seine Schuld am Ruin seiner Familie wieder gut machen, und so beginnt eine abenteuerliche Reise voll Phantastik und Ernüchterung durch das kommunistische Polen: Noch oft wird Romek alles verlieren, aber ebenso oft wird er sein Glück machen und der profanen Wirklichkeit eins auswischen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2006

Für Samuel Moser hat der Roman von Tomek Tryzna über die verwickelten Erlebnisse des elfjährigen Romek Stratos, der mit seiner Mutter nach Warschau reist, um dort ein Modehaus zu erschaffen, den melancholischen Charme eines alten Chaplinfilms. Die im kommunistischen Polen spielenden Erlebnisse seien viel zu abenteuerlich und skurril zum Nacherzählen, damit zerstöre man nur ihre märchenhafte Poesie, findet der Rezensent, der aber dann doch so einiges aus dem Inhalt ausplaudert. Allzu pingelig darf man, was Sprache und Form des Romans angeht, nicht sein, räumt Moser ein. Manche Wendungen der Geschichte seien ziemlich absehbar und auch die Figur des kleinen Romek wirkt nach Ansicht des Rezensenten allzu papieren und konstruiert. Was Moser an dem Buch dennoch anzieht, ist der Versuch über einen "dritten Weg" zwischen Kapitalismus und Planwirtschaft, nach dem der jugendliche Held strebt. Aus alle dem entstehe ein "romantischer Ritterroman", wie es ihn heute eigentlich gar nicht mehr gibt, schließt der Rezensent offenbar ein bisschen gerührt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2006

Als "gelungenes Lehrstück über das Erwachsenwerden" würdigt Andrea Neuhaus dieses Romanporträt eines polnischen Jungen von Tomek Tryzna. Geradezu ins Schwärmen gerät sie über den "zart schwebendem Ton", in dem Tryzna von zerplatzenden Träumen erzählt, vom Verlust der Unschuld und vom Bösen, "das wie ein stetiger Fluss in die einst verzauberte Kinderwelt einsickert." Dabei will sie die Schwächen des Buchs keineswegs verschweigen. Nach einem rasanten Beginn scheint ihr der Roman auf der Stelle zu treten und sich in Abschweifungen zu verlieren. Die Details, kritisiert Neuhaus in diesem Zusammenhang, weisen für sich genommen zwar durchaus klare Konturen auf, sorgen aber bei massenhaftem Auftreten eher für die Verwässerung der Geschichte. Doch dieser Kritikpunkt macht den positiven Eindruck, das dieses "präzise gezeichnete Psychogramm" bei ihr hinterlassen hat, keineswegs zunichte.

Themengebiete


Beliebte Bücher

Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…
Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Karl Ove Knausgard. Arendal - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Karl Ove Knausgard: Arendal
Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…