Tobias Haller

Fossile Ressourcen, Erdölkonzerne und indigene Völker

Focus Verlag, Gießen 2000
ISBN 9783883494760
Broschiert, 687 Seiten, 35,79 EUR

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.05.2001

Rund vier Prozent der Erdbevölkerung gelten als Ureinwohner oder Indigene. Gerade in ihren Gebieten machten sich internationale Konzerne daran, Rohstoffe auszubeuten, berichtet der Rezensent mit dem Kürzel O.I.. Der vorliegende Band, basierend auf einem ethnologischen Proseminar an der Universität Zürich, gebe einen guten und aufschlussreichen Einblick in die Machenschaften der Erdölkonzerne sowie in die Lage und in den Widerstand der indigenen Bevölkerung gegen die multinationalen Eindringlinge. Acht Fallbeispiele, Nigeria, Westsibirien, Alaska, Venezuela, Ecuador, Papua-Neuguinea, Peru und Kolumbien, haben dem Rezensenten zahlreiche interessante Detailinformationen vor Augen geführt, die ein besseres Verständnis des Konfliktes zwischen Weltwirtschaft und ethnologischen Enklaven ermöglichten. Die Autoren, allesamt Ethnologen und engagiert am Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie (infoe Schweiz) infomieren nicht nur über die Lage der Völker in diesen acht Gebieten, lobt O.I., sondern auch über die internationalen Rahmenbedingungen des Erdölgeschäfts, die Rolle von Weltbank und WTO, die Strategien der Konzerne gegen die Indigenen und umgekehrt sowie über eigene Positionen zur konstruktiven Verbesserung der Mitbestimmung der Urbevölkerung. Herausgekommen ist, so O.I., eine fundierte Faktensammlung, die ausführliche Argumentationen gegen die wirtschaftliche, ökologische und soziale Ausbeutung der Betroffenen enthält.
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