Marcel Dirsus
Wie Diktatoren stürzen
und wie Demokraten siegen können

Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2025
ISBN 9783462008050
Gebunden, 368 Seiten, 28,00 EUR
ISBN 9783462008050
Gebunden, 368 Seiten, 28,00 EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Sylvia Bieker und Henriette Zeltner-Shane. Überall auf der Welt sind Demokratien unter Druck, überall entstehen Autokratien und Diktaturen. Die Herrscher inszenieren sich als harte Männer, die stark sind und unbesiegbar. Aber sie alle scheitern. Denn Alleinherrschaften haben Systemfehler - sie können nicht auf Dauer funktionieren. Manchmal sind es Mitglieder des inneren Machtzirkels, manchmal ist es das Militär, manchmal erheben sich die Massen, weil sie genug haben von Korruption und falschen Entscheidungen, manchmal sind es Oppositionelle, die aus dem Exil einen Umsturz planen. Tyrannen haben immer mehr Feinde als Freunde - und das Ende ihrer Herrschaft ist oft dramatisch: Exil, Gefängnis, Tod. Wie sie stürzen hat große Auswirkungen auf den weiteren Gang der Geschichte.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.07.2025
Rezensent Tanjev Schultz schaut sich gleich vier Bücher an, die Antworten auf die Frage liefern, warum Rechte in vielen Ländern erstarken. Am profundesten ist für ihn wohl das Buch von Politikwissenschaftler Marcel Dirsus: Er zeige, dass selbst die grausamsten Herrscher wie Gaddafi oder Hussein ein Leben in stetiger Sorge führen müssen und sie selten eine ruhige Rente verbringen, sondern ihre Herrschaft stattdessen stets einsturzgefährdet ist. Er betone aber auch, dass man sich darauf nicht verlassen könne, sondern sich zivilgesellschaftlich stärker verknüpfen müsse. Für Schultz sind alle Bücher eine Warnung, nicht zuzulassen, dass Demokratien zu autokratischen Staaten werden.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2025
Der Titel von Marcel Dirsus klingt fast naiv, der Inhalt ist es aber ganz und gar nicht, versichert Rezensent Thomas Jansen: Der Oxford-Absolvent klärt auf rund 350 Seiten wichtige Fragen zu den Faktoren, die Aufstieg, aber auch Fall von Diktaturen bedingen. Eine der Grundannahmen sei, dass Diktatoren zu einem gewissen Punkt berechenbar seien, denn sie seien im Grunde alle auf drei Dinge angewiesen: "Geld, Waffen und Leute." Für Jansen ist es ein Pluspunkt, dass Dirsus sich statt Hitler und Stalin vor allem jüngeren Diktaturen wie etwa der von Gaddafi zuwendet, zudem beleuchtet er Mittel wie Sanktionen kritisch. Seinen Optimismus kann der Kritiker angesichts der Tatsache, dass in den letzten 75 Jahren nur rund 1/5 aller autoritären Regime gestürzt wurden, nur bedingt teilen, lobt das Buch aber als hervorragende, anschauliche Einführung in das Forschungsgebiet.
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