Der freiheitliche Verfassungsstaat ist ein säkularer Staat. Dieses Charakteristikum verdankt sich einer grundlegenden Unterscheidung von Politik und Religion, von irdischer und transzendenter Sphäre, die in den biblischen Erzählungen ihre Grundlage findet. Tine Stein will die politiktheoretische Bedeutung der biblischen Erzählungen und der christlichen Tradition bergen und zeigen, wie sehr das für den demokratischen Verfassungsstaat konstitutive Leitbild des Menschen als frei, gleich und mit unverfügbarer Würde ausgestattet hiervon geprägt ist. Neben dem genealogischen Befund wird diskutiert, ob eine metaphysische Geltungsgrundlage des Rechts im Verfassungsstaat behauptet werden kann und ob die Sphäre des Unverfügbaren für die Aufrechterhaltung einer freiheitlichen Rechtsordnung konstitutiv ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.12.2007
Hans Joas' Respekt angesichts dieser "weit ausholenden" Studie und der "ehrlichen katholisch-christlichen" Position der Autorin Tine Stein wird relativiert durch die Skepsis angesichts eines allzu göttlichen Blickwinkels und "prophetischer Rede". Seiner Meinung nach hat es sich Stein zu leicht gemacht bei ihrer Verteidigung des religiösen Erbes als Basis modernen Rechts: Durch die Missachtung der "Thematik der 'Achsenzeit'", durch Ungenauigkeiten in der Darstellung der Rolle des Christlichen und durch apologetische Tendenzen. Historische Darstellungen funktonieren anders als mittels unerschütterlicher Selbstgewissheit, meint Joas.
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