Tine Hoeg

Hunger

Roman
Cover: Hunger
Droschl Verlag, Graz 2025
ISBN 9783990591789
Gebunden, 400 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Dänischen von Gerd Weinreich und Ingrid Weinreich. Mia und Emil versuchen seit einem Jahr vergeblich ein Kind zu bekommen. Jetzt beginnen sie mit der Fruchtbarkeitsbehandlung, und ihr Leben ist bestimmt von Terminen in der Klinik, Fruchtbarkeitszyklen und der Herausforderung, einfach nur zu funktionieren. Die Schriftstellerin Mia schreibt von nun an für neun Monate in ihrem Tagebuch eine Chronik über die heftige Achterbahnfahrt ihres Lebens: über die Zerreißprobe ihrer Beziehung mit Emil und die Konflikte, die sie mit sich selbst ausficht, über die Zerrissenheit zwischen dem eigenen unbändigen Kinderwunsch und der gleichzeitigen liebevollen Fürsorge für Emils zwei Kinder aus dessen vorheriger Ehe und über Frauenbilder in der heutigen Zeit. Hunger ist ein Buch über die existenzielle Sehnsucht nach absolutem Leben und bedingungsloser Liebe. Der Roman verflicht menschliches Drama und Autofiktion. Er ist aus einem Zustand des inneren Aufruhrs, des ungefilterten Augenblicks geschrieben - ein Zustand des Verlangens, des Schmerzes, der Verzweiflung und der Hoffnung.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.07.2025

Tine Hoeg hat sich längst einen Namen in der dänischen Literaturszene gemacht und nach der Lektüre dieses Buches weiß Rezensentin Jolinde Hüchtker weshalb: In dem Mix aus Tagebuch, Roman und 400-Seiten-Gedicht liest sie die Geschichte der 35-jährigen Schriftstellerin Mia, die mit ihrem Partner Emil versucht, per künstlicher Befruchtung ein Kind zu bekommen. Alle Geschehnisse und Gefühle notiert sie mit großer Intimität - "als wolle sie einen Text gebären", staunt die Kritikerin. Sie empfiehlt diese "Kulturgeschichte kinderloser Frauen" mit Nachdruck.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.05.2025

Rezensent Stephan Opitz liest im dritten Roman der Dänin Tine Hoeg das Tagebuch von Mia, die sich einer ziemlich quälenden Fruchtbarkeitsbehandlung unterzieht, um der Patchworkfamilie noch ein eigenes Kind hinzuzufügen. "Quälend genau" erfährt das Lesepublikum, was es mit In-vitro-Fertilisation auf sich hat und wie emotional es werden kann in der Fertilitätsmedizin, wenn es nicht so klappt wie es soll - Hoeg erzählt mit großer Sorgfalt und Genauigkeit auch, wieso es Ausdruck einer zutiefst patriarchalen Gesellschaft ist, wenn schon in der Bibel ständig den Frauen der schwarze Peter dafür zugeschoben wird, dass es nicht klappen will mit einem Kind. Eine "beeindruckende tour d'horizon" ist das für Opitz, der froh ist, dass es doch ein tröstliches Ende gibt - nur versteht er nicht, warum das Buch den gleichen Titel trägt wie der epochemachende Roman von Knut Hamsun.

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