Laura Freudenthaler

Die Königin schweigt

Roman
Cover: Die Königin schweigt
Droschl Verlag, Graz 2017
ISBN 9783990590010
Gebunden, 208 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Fanny, die "Königin", ist eine vom Schicksal immer wieder hart getroffene Frau, die ihren Lebensabend alleine verbringt und über alles Vergangene schweigt. Auch das Tagebuch auf ihrem Nachtkästchen, ein Geschenk ihrer Enkelin, lässt Fanny unberührt liegen, statt es Seite für Seite mit den Tragödien des Erlebten zu füllen. Doch in Tagträumen und schlaflosen Nächten kann sie sich der Erinnerungen nicht erwehren, und so zieht ihr ganzes Leben in aufwühlenden Bildern an ihr vorbei: Wir begleiten Fanny durch alle Lebensphasen, beginnend mit der Kindheit auf dem elterlichen Hof in den 1930er-Jahren bis nahe an ihren Tod. Verdichtet, klar und in ergreifenden Momentaufnahmen erzählen diese Erinnerungsfragmente, wie Fanny zu einer unnahbaren und stolzen Frau geworden ist.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.01.2018

Rezensentin Wiebke Porombka mochte schon Laura Freudenthalers Erzählband "Der Schädel von Madeleine". Der Debütroman der österreichischen Autorin, der von der in den Zwischenkriegsjahren geborenen und verwitweten Bäuerin Fanny und ihrem Unvermögen, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, erzählt, hat die Kritikerin allerdings umgehauen: In kurzen Abschnitten und dank der reduzierten Mittel besonders "eindringlich" skizziere Freudenthaler das Leben einer hart arbeitenden Frau, die die Depressionen ihres Sohnes erst nach dessen Suizid erkennt. Wie die Autorin ihre Heldin und deren Generation jenseits der Opfer-Perspektive beschreibt, dabei nie moralisch oder wehleidig wird und auch die Prägung der Nachkommen schildert, hat die Rezensentin tief beeindruckt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2017

Maria Frisé ist nicht sicher, ob Laura Freudenthaler ihre Geschichte nicht woanders abgeguckt hat. Schließlich ist das Milieu der Bauern nicht ihr angestammtes. Die leidvolle Geschichte einer Frau aus einem österreichischen Bergdorf erzählt ihr die Autorin allerdings gekonnt lakonisch, poetisch, prägnant und mit Rückblicken in die Vergangenheit. Dass Krieg und Naziherrschaft im Text nur am Rand vorkommen, fällt Frisé zwar auf, stört sie aber nicht weiter.
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