Es begann mit einem Social Media Post: Auf Instagram teilte ein Ureinwohner St. Paulis mit, er habe den Kiez noch nie so leer gesehen. Für den Hamburger Fotografen Tim Oehler der Impuls, sich die Kamera zu schnappen und diese Leere in ihrer surrealen Ästhetik zu dokumentieren. Nächtelang begab er sich von Mitte März bis in die ersten Aprilwochen auf Motivsuche und bewegte sich dabei in allen Himmelsrichtungen durch die Stadt. Zum Flughafen im Norden, zum Horner Kreisel im Osten, die Elbchaussee entlang Richtung Westen. Überall herrschte absolute Stille, minutenlang keine Menschen, keine Autos. In diesem Bildband trägt Tim Oehler, seit langen Jahren fotografischer Dokumentarist der Nacht, nun die besten Aufnahmen seiner Bilderreise durch das stillgelegte Hamburg während der historischen Ausnahmezeit im Frühjahr 2020 zusammen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.11.2020
Mit Hilfe all jener Assoziationen, die uns die zeitgenössische Endzeit-Literatur - etwa Thomas Glavinics Roman "Die Arbeit der Nacht" - zur Verfügung stellt, diskutiert Johanna-Charlotte Horst zwei Arbeiten zum fotografischen Blick. Zum einen ist da dieser Fotoband Tim Oehlers über das nächtlich entleerte Hamburg. Wo sonst das Leben pulsiert, herrscht jetzt die Leere der durch den Lockdown verwaisten Stadt. Die Kritikerin ist "begeistert" von dem Fotoband, der besonders Hamburgs Stätten des Verkehrs und der Infrastruktur zeigt, die ohne ihre menschlichen Benutzer nackt daliegen. Der Blick auf diese "Leere" laufe jedoch nicht auf Architekturfotografie heraus, so die Kritikerin, denn durch die Hervorhebung der starken Körperlichkeit der Objekte zeige der Fotograf auch und gerade das Nicht-Sichtbare, die von jeglichem Verkehr untereinander abgehaltenen Menschen.
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