Allen Warnungen vor marodierenden Rebellen zum Trotz reist Tim Butcher allein entlang des gesamten Kongo-Stroms, 2.500 Kilometer vom Tanganjika See an der Grenze zu Tansania bis nach Boma am Atlantischen Ozean. In Pirogen, auf einem Patrouillenschiff der UN, zu Fuß und mit Motorrädern durchmisst er Afrikas gebrochenes Herz , getrieben vom Wunsch, sich ein eigenes Bild von einem Land zu machen, das gegenwärtig durch die größte UN-Blauhelmmission der Welt mehr schlecht als recht stabilisiert wird. Entstanden ist ein mutiger, äußerst lesenswerter und hoch aktueller Augenzeugenbericht über das Leben und Überleben in einer der am schwersten zugänglichen Regionen Afrikas.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.02.2009
Michael Bitala kann's nicht fassen. Dass Tim Butcher tatsächlich den Kongo von Ost nach West durchquert hat, um seine Reportage über den "schlimmsten Krieg der Gegenwart" aufzuschreiben, erscheint dem Rezensenten angesichts der dort lauernden Gefahren eigentlich als Ding der Unmöglichkeit. Allein das ist ein Grund für ihn, Butchers Buch bis zur letzten Seite zu verschlingen. Dass der Korrespondent des "Daily Telegraph" darüber hinaus sein Handwerk beherrscht und es ihm gelingt, seine Erfahrungen in Bezug zu setzen zu dem großen Kongo-Erkunder Henry Morton Stanley, überzeugt Bitala restlos. Butchers geschmeidige und informative Berichterstattung nimmt der Lektüre allerdings nichts von ihrem Horror. Was Bitala hier zu lesen bekommt, das wird deutlich, ist an Grauen kaum zu übertreffen.
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