Text von Christian Frevel. Mit 70 Duoton-Fotos von Jürgen Escher. Die eindringlichen Porträts dieses Bandes entstanden in der Republik Kongo, in Uganda, Burundi und Ruanda, in Staaten also, die wir überwiegend aus betrüblichen Weltnachrichten kennen. Über einzelne Menschen, ihr ganz persönliches Leben und Schicksal, ihre Hoffnungen und Aussichten erfahren wir normalerweise nur wenig. Jürgen Escher und Christian Frevel setzen genau hier an: Die Porträtfotografien Eschers vermitteln uns ein ganz individuelles Bild der Menschen, sie werden nicht als exemplarisch und auch nicht als austauschbar angesehen. Auch die Texte widmen sich ganz der jeweiligen Persönlichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.12.2004
Man sieht den Porträtierten ihre inneren und äußeren Verletzungen nicht unbedingt an, schreibt die Rezensentin mit dem Kürzel "as", denn der Fotograf Jürgen Escher hat ihre Gesichter in Nahaufnahmen festgehalten. "Sie verbergen ebenso viel, wie sie zeigen", konstatiert "as" mit einer gewissen Erleichterung. Bei den 50 porträtierten Personen handelt es sich um Menschen aus afrikanischen Krisenländern wie den Kongo, Uganda, Ruanda und Burundi; in kleinen Begleittexten wird Auskunft über ihr Leben gegeben. Ihre traumatischen Erfahrungen, ihre bescheidenen Wünsche ans Überleben seien sehr aufrüttelnd, so "as" und zeigt sich insofern erleichtert, dass der Band nicht nach dem simplen Motto "Menschen wie du und ich" gestrickt sei, sondern genügend Abstand zu dem Schicksal der Betroffenen wahre. Zwischen die Porträts haben die Herausgeber längere Informationstexte eingeschoben, die den Hintergrund der Konflikte in den krisengeschüttelten Regionen näher beleuchten, informiert "as", ohne die Qualität dieser Informationstexte zu bewerten.
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