Tilman Rammstedt

Morgen mehr

Roman
Cover: Morgen mehr
Hanser Berlin, Berlin 2016
ISBN 9783446252028
Gebunden, 224 Seiten, 15,99 EUR

Klappentext

Anfang 1972: Das ganze Leben liegt noch vor dem Erzähler. Er sieht es alles schon vor sich, er freut sich darauf. Das Problem ist nur: Er ist noch nicht geboren. Um genau zu sein, ist er nicht einmal gezeugt worden, seine zukünftigen Eltern wissen noch nichts voneinander und beide haben im Moment ganz andere Sorgen: Seine Mutter ist im Begriff, einem schwermütigen Südfranzosen zu verfallen, während sein Vater gerade mit einbetonierten Füßen in den Main geworfen wird.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.08.2016

René Hamann scheint zu müde, um die Frage nach dem Sinn des Ganzen zu stellen. Tilman Rammstedts wenig tiefsinnigen, wenig raffinierten, bis auf eine einzige Szene laut Hamann nicht wirklich tollen Roman liest der Rezensent ohne Kenntnis des vorausgegangenen Blogs. Kein Vergleich möglich also. Aber Kritik an einem Roman, der mit einer abenteuerlichen Grundkonstellation beginnt, Richtung Sitcom steuert und dann das Lustige doch nur in den Zwischenräumen sucht. Dass etwa das Jahr 1972, in dem der Text um eine pränatale Spurensuche spielt, gar nicht vorkommt, findet Hamann schade. Und auch, wenn ihn das Buch ein wenig an Queneaus "Zazie in der Metro" erinnert und an "Tschick", deren Niveau, meint er, erreicht Rammstedt nicht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.08.2016

Nicolas Freund bedauert, dass die von Tilman Rammstedt ursprünglich als digitale Häppchenware konzipierten Texte jetzt als Roman erscheinen müssen. Was als work in progress und sympathischer Blick in eine Schreibwerkstatt ganz gut funktionierte, meint er, wirkt in Buchform kontextlos und überflüssig. Die Roadmovie-Komödie über die freiheitssuchenden Eltern des Autors in den Siebzigern kann den Rezensenten trotz liebevoll gezeichneter Charaktere nicht überzeugen. Rammstedts Humor findet er hilflos, die Kapitel des Buches erscheinen ihm unfertig und "hingeschludert", der Roman als Ganzes bemüht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.08.2016

Rezensent Oliver Jungen überschlägt sich nach der Lektüre von Tilmann Rammstedts nun auch in der Druckversion erschienenem Online-Fortsetzungsroman "Morgen mehr" beinahe vor Begeisterung: "Pralinenprosa vom Allerfeinsten", die deutsche Antwort auf "Amélie", "Godot mit Bonmot", jubelt der Kritiker, der sich mit Rammstedts lebensbejahenden Melancholikern kopfüber in ein von amüsant absurden Ideen überschäumendes Paris stürzt und mit dem Autor herrlich ironisch dem neofranzösischen Film, der Gaunerkomödie und der "Nouvelle-Vague-Verlorenheit" huldigt. Allein die Idee, mit dem noch in der Gebärmutter seiner Geburt entgegenfiebernden Erzähler dessen potenzielle Eltern durch das mit heutigem Bewusstsein geschilderte Jahr 1972 zu begleiten, findet Jungen ebenso herzerwärmend wie brillant. Wie Rammstedt auf der Oberfläche tanzt, dabei immer wieder den philosophischen Hammer schwingt, die "Sehnsucht verhört" und in wunderbaren Aperçus gegen die Endlichkeit anschreibt, gefällt dem Rezensenten so gut, dass er die ein oder andere "flapsige" Pointe gern verzeiht.
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