Aus dem Amerikanischen von Brigitte Jakobeit. Peru, im Jahr 1714: eine Hängebrücke in der Nähe von Lima stürzt ein und reißt fünf Menschen in den Abgrund. Ein Franziskanermönch wird Zeuge dieser Katastrophe und beginnt, dem Leben der Opfer nachzuforschen. Er will den Beweis erbringen, dass ihr Tod kein sinnloser Zufall war, sondern notwendig genau zu dieser Zeit und an diesem Ort eintreten musste. Und tatsächlich sind ihre Schicksale miteinander verbunden durch die Liebe in ihren verschiedenen Facetten, die leidenschaftliche Liebe, die unerwiderte, die Mutter- und die Bruderliebe. Und alle fünf standen kurz vor einem neuen Lebensabschnitt, als das Unglück sie ereilte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2014
Feier der Liebe ist Thornton Wilders Buch für Rezensentin Verena Lueken. Lange her, dass sie den Text in der Übersetzung von Herberth E. Herlitschka gelesen hat. Die Neuausgabe zum 70. Jubiläum der Erstausgabe nun ist für sie insofern eine Überraschung, als sie den Text fast vergessen hatte, aber auch, weil er noch immer wunderbar ist, wie Lueken versichert. Die neue Übertragung durch Brigitte Jakobeit eröffnet ihr zudem einen neuen ironischen Ton und macht ihr die schöne Einfachheit der Sätze deutlich. Die religionsphilosophische Frage, ob Gottes Plan oder der Zufall unser Sein und Nichtsein bestimmt, sieht Lueken bei Wilder im zwischen Parabel und Volksmärchen schwankenden Ton, wie bei Marquez und Vargas Llosa, behandelt und gespickt mit Alltagsbeobachtungen voller Zeitkolorit, Klatsch und Sympathie für die Figuren.
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