Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Werner Löcher-Lawrence. Kriege werden seit Menschengedenken geführt, doch nie zuvor wurden Soldaten in der westlichen Welt so gut ausgebildet wie heute. Dabei ist und bleibt der Krieg eine unvorstellbare Erfahrung nur derjenige kann wahrhaftig Auskunft darüber geben, der ihn erlebt hat. Dreißig Jahre hat Karl Marlantes schwer an seiner eigenen Kriegserfahrung, die er in Vietnam machen musste, getragen um sie jetzt mit seinen Lesern zu teilen. In 'Was es heißt, in den Krieg zu ziehen' beschönigt er nichts und er verschweigt nichts. Ohne Rücksicht auf sich selbst und seine Leser erzählt er von Tapferkeit ebenso wie vom Töten; von der Notwendigkeit, Gewalt anzuwenden, um noch Schlimmeres zu verhindern, und von dem einzigartigen Kick, der mit einem echten Kampfeinsatz einhergehen kann.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2013

Thomas Hermann fragt sich nicht nur, wieso der Yale-Absolvent Karl Marlantes überhaupt in den Vietnam-Krieg zog, sondern auch, warum der Autor nicht die Genfer Konvention von '49 als verlässliches Regelwerk in seinen Text einbezieht, den er als schonungslose Erinnerung ans Töten, als Sinnsuche und Abrechung mit den Kriegstreibern wie Lyndon B. Johnson begreift. Das hätte dem Buch laut Rezensent besser gestanden als die Kontextualisierung des Soldaten in der Schlacht mit der Mythologie, findet Hermann. Dennoch sticht der Band für den Rezensenten aus der Masse der Veteranenliteratur heraus, weil der Autor ehrlich und differenziert argumentiere, wie es in der Besprechung heißt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2013

Der Inhalt: Krieg. Nur anders verstanden, als alles, was heute selbstverständlich ist. So beschreibt Rezensent Andreas Platthaus im Aufmacher der Buchmessenbeilage das Buch des amerikanischen Leutnants und Vietnamveteranen Karl Marlantes, Jahrgang 1944. Für Platthaus erscheint es nicht nur zur rechten Zeit (da sich der Beginn des Ersten Weltkriegs demnächst zum 100. Mal jährt), es ist ihm auch ein selten direktes Bekenntnisbuch. Hier vor allem sieht er Parallelen zu Jüngers "Stahlgewittern". Sprachliches Niveau hin oder her (Platthaus schiebt's auf den Übersetzer) - der Band, meint er, schildert das Soldatenleben authentisch und mit einer provokanten Unmittelbarkeit, die der Rezensent für ein Ereignis hält. Das Buch weist damit für ihn vergleichbare Romane auf die Plätze. Konkret etwa beeindruckt Platthaus, Marlantes' Schilderung, des Blutrausches, dem der Soldat im Feld verfällt, heute wie gestern. Eine Härte gegen sich selbst, die Platthaus als Teil der Handreichung für Soldaten begreift, als die der Autor sein Buch verstanden wissen möchte.
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