Thomas Wolfe

Von Zeit und Fluss

Roman
Cover: Von Zeit und Fluss
Manesse Verlag, München 2014
ISBN 9783717523260
Gebunden, 1200 Seiten, 39,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Irma Wehrli. Mit einem Nachwort von Michael Köhlmeier. Eugene, lebenshungrig und unerfahren, ist auf der Suche nach sich selbst, nach seinem Bestimmungsort in der Welt. In Harvard und im New York der Zwanzigerjahre sammelt er erste Erfahrungen, lernt zu lieben, zu erkennen, zu denken, sich von falschen Vorbildern loszusagen und sich dabei selbst treu zu bleiben. Bloß keine Erstarrung in Routinen alles in seiner reifenden Seele ist noch im Werden, in permanenter Umgestaltung. Der Held macht sich auf nach Paris, doch auch an diesem Sehnsuchtsort lässt ihn sein abenteuerliches Herz keine Ruhe finden. Was Eugene antreibt und was er sich über alle Wechselfälle des Lebens hinweg erhält, ist der Hunger nach Erkenntnis und sinnlichem Genuss.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.01.2015

Es lässt sich für Burkhard Müller nicht vermeiden, im Zusammenhang mit Thomas Wolfes Roman "Von Zeit und Fluss" an das Projekt der Great American Novel zu erinnern, das ihn beseelt. Dass die Grundlage - von der obersten Oberfläche des Namens einmal abgesehen - Wolfes eigene, nicht unbedingt spektakuläre Jugend darstellt, tut der Sache keinen Abbruch, findet der Rezensent, denn die amerikanische Eigenheit besteht wahrscheinlich gerade im Pathos der Einsamkeit, so Müller - und mit Pathos wird bei Wolfe definitiv nicht gespart, erklärt der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.01.2015

Renate Wiggershaus liest Thomas Wolfes Monumentalroman in neuer, zeitgemäßer Übersetzung. Das Buch über die Reifung eines jungen Menschen, über seine mythische Reise durch Milieus und Stimmungen und Städte scheint Wiggershaus alle Möglichkeiten der Gattung auszuloten. Lyrische, dramatische und epische Elemente entdeckt sie im zweiten Band des Epos der Familie Grant, der Bildungsgeschichte des 1900 geborenen Eugene Grant. Als Hommage an Amerika, seinen Übermut und seine Dimensionen, die der Held voller Sehnsucht durchwandert, lässt sich das Buch laut Wiggershaus ebenso lesen, wie als groteske Zuspitzung einer existenziellen Erfahrung. Das Credo des Buches, herrschende Massstäbe um des wahren Lebens Willen zu überwinden, sieht Wiggershaus im Überschwänglichen des Textes gespiegelt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.11.2014

Was für ein Buch, jauchzt Meike Feßmann. Bei Thomas Wolfes erstmals 1935 erschienenem Riesenroman fallen ihr nur Superlative ein. Die Geschichte einer Adoleszenz erzählt ihr der Autor so, ruhig, gelassen und stark, dass sie durch den Text gleitet wie auf einer Monsterwelle. Der "irre Schwung" des Textes, sein Sog, entsteht laut Fessmann durch den steten Wechsel von Ausuferung und Eindämmung. Dieses Schema bedient der Autor vorbildlich, findet Fessmann. Dass einer wuchtiger von der Weite der USA und der Jugend erzählt hätte, ist ihr nicht bekannt. Wahrhaft homerisch tönt ihr dieses Erzählen, nicht zuletzt, da Wolfe die Erlebnisse und Erfahrungen seines Helden Eugene Gant, diesen vor Anschaulichkeit, Genauigkeit und prophetischer Reflexionsgabe, wie Fessmann findet, vibrierenden Bildungsroman, zu zeitlosen Bildern und dauernder Gültigkeit verdichtet, wie die Rezensentin erläutert. Dass Irma Wehrlis Übersetzung all das zu vermitteln vermag, scheint Fessmann ein weiteres Wunder an dieser Veröffentlichung.

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