Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.12.2004
Sein Ziel, die Jagd als Anachronismus aus der Welt zu schaffen, wird Thomas Winter mit diesem Buch wider die Jagd nicht erreichen. Soviel steht für Hans Jörg Küster, selbst ein Gegner der Jagd, fest. Zwar fallen Winters Argumente bei ihm auf fruchtbaren Boden. Ob sie das auch bei Jägern tun, wagt er zu bezweifeln. Sein Hauptkritikpunkt gegen das Buch lautet: zu undifferenziert. Dabei hätte Winter nach seinen umfangreichen Recherchen genug Stoff gehabt, so Küster, "um auf differenzierte Weise gegen anachronistische Jagdpraktiken anzuschreiben". Vor allem verkenne der Autor, dass die Jagd ein Teil unserer Jahrtausende alten Kultur sei. Kultur, zu der eine vor kulturellem Hintergrund betriebene Jagd gehöre, lebe vom Kompromiss. "Wer diesen Kompromiss nicht sucht", weiß Küster, "wird keine neuen Leser finden". Er empfiehlt dem Autor, sich beim nächsten Buch an einen eingeführten Verlag zu wenden, statt es wieder im Selbstverlag herauszugeben - schließlich werde ein guter Verlag eine balanciertere Argumentation vom Autor einfordern und den Text vor dem Druck von einem Korrektor lesen lassen. Das hätte Küster auch vorliegendem Buch gewünscht.
Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…