Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2002
Der ursprünglich 1967 erschienene Essay des 1968 verstorbenen amerikanischen Autors, Thomas Merton dessen "Weltruhm", wie Jan-Heiner Tück schreibt, auf seiner Autobiografie "Der Berg der sieben Stufen" beruht, ist hier in einer "ansprechenden Übersetzung" vorgelegt worden. Tück beschäftigt sich in gewisser Weise mit dem Text als einem Lebenszeugnis. Das Lesen der Bibel, so stellt er heraus, ist für Merton, der vom "mondänen Agnostiker zum katholischen Glauben konvertierte, Priester und Trappistenmönch wurde", weniger eine philologische Angelegenheit als eine Konfrontation mit sich selbst. Es geht ihm um die "verwandelnde Kraft des Wortes" und, so Tück, Mertons Biografie "ist selbst der fortlaufende und durchaus kurvenreiche Versuch, das Projekt eines biblisch inspirierten Existenzstils zu realisieren". Zwar könne man ein paar Mängel feststellen, der "Lebenszusammenhang Kirche" beispielsweise fehle ebenso wie "Liturgie und Gebet". Aber das Entscheidende war für Merton eben, "Aufmerksamkeit zu wecken" für den "Einbruch" von Gottes Wort in "die Biografie eines Menschen", resümiert der Rezensent.
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