Thomas Mann wollte nicht nur unterhalten, sondern auch erziehen. Sein humanistischer Geltungsanspruch wird aber in der neueren Forschung kaum noch ernst genommen. Dagegen richtet sich die vorliegende Studie, die eine philosophische Gesamtdeutung entwickelt. Sie zeigt, wie Mann die Kunst als Orientierungsmedium auffaßt und das Künstlertum in seinen Novellen und kleineren Romanen dabei als eine Lebensform entdeckt, die er zum Paradigma der Lebenskunst erhebt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.11.2001
Das eine immerhin will der mit pap. zeichnende Rezensent dieser Habilitationsschrift zugute halten, die aus den Werken Thomas Manns ein philosophisches System destillieren will: der Autor sagt "manches Gründliche und Richtige". Wie er es sagt aber, ist schon mal schrecklich: in "umständlicher, glanzloser Hochschulprosa" nämlich. Insgesamt ist dieser Versuch für den Rezensenten eine grandiose Verfehlung, die den artistischen Gehalt des Werks, Polyperspektivik, Ironie und Ambivalenz, und damit "Thomas Manns Eigenstes" einfach ignoriert. Er verhalte sich zu dessen Werk folglich wie der Schmetterlingsforscher zum Schmetterling, der große Lust hat am aufspießenden Sortieren, der jedoch das "Aufleuchten, Schweben und Verschwinden eher als störend empfindet."
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