Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2000
Martin Stingelin empfindet einige Sympathie für den Autor, der sich auf das Schlachtfeld der Habermas-Luhmann-Debatte begeben hat. Ternes, der offenbar auf der Seite von Habermas ficht, überprüfe Luhmanns Systemtheorie unter dem Blickwinkel des Menschenbildes, dass Luhmann vermittle. Fazit des Autors: Der Mensch ist unter Luhmanns `Neutronenbombenblick` vollkommen aus den sozialen Systemen verschwunden. Der Rezensent beschreibt halb amüsiert, halb mitleidig, wie Ternes einen Punkt sucht, von dem aus sich Luhmann kritisieren läßt - und scheitert. Ternes sei wie der Hase, der das Spiel des Igels durchschaut, deshalb einfach stehenbleibt und analysiert, während es schon wieder heißt: `ich bün all hier`. Zwar "entlarve" Ternes allerlei Tricks, die die Systemtheorie als "Gewinnertheorie" kennzeichnen, aber am Ende überwiegt bei Stingelin das Mitleid mit dem "Hasen" Ternes: "Lieber in Bewegung bleiben als nicht verlieren", meint der Rezensent.
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