Thomas Kapielski

Mischwald

Cover: Mischwald
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN 9783518125977
Kartoniert, 348 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Kunst ist schlimmer als Heimweh - sagt Thomas Kapielski in "Mischwald", seinem neuen Prosaband, einer reich illustrierten Welt- und Werkschau, angelegt als Logbuch eines gemischten Jahres, zu dessen Auftakt man ihn irrtümlich für tot erklärt und an dessen Ende er verfügt: Meinen Grabstein soll die Zeile schmücken: "Macht bloß so weiter!". Was das Leben ihm dazwischen alles zuträgt, spottet jedem Vorschautext: Paradoxe Rauschzustände angesichts eines TV-Konzerts von Andre Rieu, heikle Fragen der Koran-Archäologie oder eine Einladung zur "Blattkritik" beim Stern haben genauso ihren Ort wie die angeschwipsten Bekenntnisse eines Künstlersozialkassenmitglieds, liebevoll gemeißelte Porträts verstorbener Weggefährten wie Emmett Williams, Thomas Schmid oder Ludwig Gosewitz, sowie - last but not least - der schlichte Wunsch nach Erdbestattung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2009

Für Oliver Jungen ist Thomas Kapielski der Trinker und Denker vor dem Herrn. Wenn der Autor die Kneipe als seine "sozialhermeneutische Hebebühne" betritt, wie in dieser Miniaturensammlung, spitzt Jungen die Ohren. Alles wirkt bloß "wie hingewuppt", und Jungen erklärt, was wirklich dahinter steckt: Kein weiteres Berlin-Blog nämlich, sondern eine kunstvolle wie witzige Apologie des Intellekts, verfasst von Kapielski mit einem Schuss Kempowski, einem Spritzer Lichtenberg und einer Scheibe Morgenstern. Prost!, meint Jungen und folgt dem Autor mit Lust ins "intellektuelle Unterholz", des Kunstbetriebs zum Beispiel.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.06.2009

Paul Jandl outet sich als großer Fan des "Multivirtuosen" Thomas Kapielski und er schätzt seine Erkundungen der deutschen Provinz in "Ortskunde" ebenso wie seine Expeditionen ins philosophische und alltägliche Gestrüpp in "Mischwald". So vielseitig wie Kapielskis Aktivitäten als Maler, Fotograf oder als Nasenflötenspieler sind auch die Einmischungen, die der Autor beim Stammtischgespräch, beim Kunstmarkt oder im Literaturbetrieb vornimmt, stellt der Rezensent begeistert fest. Besonders seine satirischen Auslassungen zur Kunst haben den Rezensenten sehr amüsiert und er stellt fest, dass Kapielski seine Abrechnungen mit dem "Hermachungsprozess" der Kunstszene stets durch profunde Theoriesicherheit zu grundieren weiß.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.05.2009

Viel Freude, sowohl sinnlich als auch intellektuell, hat dem Rezensenten Wilhelm Trapp diese "tage- und sudelbuchhafte Mischung" aus "Alltäglichem, Tiefem und Quatsch" bereitet. Man sehe darin Fotos und Bilder, erfahre "von des Autors Gunst und Abscheu, Familienglück und Künstlernot". Ab und zu ergreift den Rezensenten beim Amüsieren auch Ungeduld und er fragt: Was will der Kapielski denn? Aber dann versteht er es doch und freut sich sehr an diesem "Realismus des eigenen Lebens", mit dem hier das große Ganze, also die Welt beschrieben wird und der als Reaktion auf das Schwererträgliche Trapps Eindruck zufolge "eine Kunst des fröhlichen Verschwindens", des "nur Skizzierten, nie Ausgeführten" zelebriert - ein Verfahren das der Rezensent hoch schätzt, wie man liest.
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