Thomas D. Seeley

Bienendemokratie

Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können.
Cover: Bienendemokratie
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2014
ISBN 9783100751386
Gebunden, 318 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Die Bienenkönigin ist keine absolute Herrscherin. Im Gegenteil: Bienen entscheiden alle gemeinsam als Schwarm, sie erforschen kollektiv einen Sachverhalt und debattieren lebhaft, um letztlich einen Konsens zu finden. Der bekannte Verhaltensforscher Thomas D. Seeley untersucht seit Jahrzehnten in akribischer Kleinarbeit das Leben der Bienen. In seinem Buch zeigt er, was wir von diesen wunderbaren Insekten lernen können und dass die Entscheidung mehrerer klüger als die Einzelner sein kann.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 26.07.2014

Honigbienen sind Konsensdemokraten, lernt Jan Schapira in Thomas D. Seeleys Buch "Bienendemokratie". Besonders deutlich wird das bei der jährlichen Suche nach einem neuen Nistplatz, erklärt der Rezensent: Kundschafterinnen schwärmen aus, suchen nach geeigneten Höhlen und erstatten Bericht. Je geeigneter ihnen der erkundete Ort erscheint, desto euphorischer fällt der Tanz aus, mit dem die Bienen kommunizieren, tanzen sie besonders euphorisch, machen sich andere Kundschafterinnen selbst ein Bild und unterstützen danach womöglich den Vorschlag, erfährt der Rezensent von Seeleys. Haben sie zu lange keinen Erfolg, setzt ein "System des automatischen Desinteresses" und sie brechen wieder auf. Manches in diesem Buch wird nur Imker interessieren, vermutet Schapira, aber die Seeleys Faszination für die Insekten ist ansteckend, warnt er.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.07.2014

Thomas Seeleys Buch über die Sprache der Bienen scheint Arno Widmann sehr instruktiv. Der Autor schildert für ihn eingehend die Fortschritte der Bienenforschung seit der Entschlüsselung des Schwänzeltanzes der Honigbiene durch Karl von Frisch in den 1940er Jahren. Besonders interessant findet Widmann, wie der Bienenschwarm kollektiv Entscheidungen trifft. Lobend hebt er hervor, dass Seeley nicht nur Ergebnisse präsentiert, sondern dem Leser auch über die Methoden der Bienenforschung wie zum Beispiel die Analyse von Bewegungsabläufen mit Hilfe von Zeitlupenkameras erläutert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2014

Fasziniert hat Rezensent Burkhard Müller Thomas D. Seeleys nun auch auf Deutsch erschienene "Bienendemokratie" gelesen. Der Kritiker lernt durch die gründlichen Recherchen des Autors etwa, dass Bienen einen Schwänzeltanz in unterschiedlicher Intensität ausführen, um ihren Kolleginnen nicht nur Richtung und Entfernung einer Futterquelle, sondern auch deren Eignung mitzuteilen. Neben zahlreichen Diagrammen und Statistiken liest Müller in diesem sehr lesenswerten Buch auch Seeleys Erkenntnisse über den Supra-Organismus der Bienen, der Ähnlichkeiten mit dem Nervensystem höherer Tiere aufweist. Anhand des Titels erkennt der Kritiker allerdings bereits, dass Betrachtungen über die Bienen immer noch zu schnell mit Menschen assoziiert werden: Begriffe wie Diskussion, Respekt, Macht und nicht zuletzt auch Demokratie scheinen ihm für einen Bienenstock, in dem Funktionen wie Verdauung oder Atmung kollektive und nicht egoistische Aufgaben darstellen, unpassend. Nicht nur aufgrund Seeleys lebendiger Schreibweise kann der Rezensent dieses Buch dennoch nur empfehlen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2014

Den verkaufsfördernden Mehrwert der Übertragung des Bienenverhaltens auf menschliches Miteinander haben weder die Bienen noch dieses Buch nötig, findet Helmut Mayer. Etwas angestrengt und fadenscheinig erscheint dem Rezensenten der Versuch des Verhaltensbiologen Thomas D. Seeley, seine durchaus spannende Bienenforschung nutzanwenderisch aufzutunen. Wozu?, fragt sich Mayer. Wenn die Labor- und Feldforschungsergebnisse zu Bienentanz und Töchterschwärmen doch aufregend und lehrreich genug sind. Laut Mayer hinkt die Übertragung außerdem. Was bei den Bienen reine Informationsverarbeitung ist, ist bei uns immer auch Sinnverarbeitung. Mit Sinn jedoch, findet Mayer, hat keine Biene was am Fühler.
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