Thomas Böhm (Hg.)

Auf kurze Distanz

Die Autorenlesung. O-Töne, Geschichten, Ideen
Cover: Auf kurze Distanz
Tropen Verlag, Köln 2003
ISBN 9783932170676
Kartoniert, 192 Seiten, 15,80 EUR

Klappentext

"Auf kurze Distanz" verbindet exklusive literarische Beiträge bekannter Autoren, deren Lesungen einen besonderen Gestaltungswillen zeigen, mit essayistischen Texten sowie praktischen Hinweisen zur Organisation von Lesungen. Ein unterhaltsames wie informatives Standardwerk für alle, die als Autoren, Veranstalter oder Besucher an Lesungen teilnehmen. Beiträge und Gespräche von und mit Christian Brückner, Ulrike Draesner, John von Düffel, Georg Klein, Judith Hermann, Michael Lentz, Norbert Niemann, Valere Novarina, Brigitte Oleschinski, Richard Powers, Thomas Raab u.a.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2004

"Höchste Zeit" sei es gewesen, den Schriftsteller "in Erscheinung des Sprechstellers unter die Lupe zu nehmen", scherzt Tobias Lehmkuhl. Denn der öffentliche Vortrag ist nicht nur zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor des Literaturbetriebs avanciert, er verlange auch bestimmte Leistungen vom Lesenden ab, die bisher kaum oder gar keine professionelle Beachtung gefunden hätten. Dies zumindest ist die Feststellung des Herausgebers dieses Bandes. Thomas Böhm, Leiter des Kölner Literaturhauses, zeige nun in seinem "luziden Grundaufsatz", so Lehmkuhl, mögliche Kategorien und Maßstäbe einer gelungenen Lesung auf. Welche das sind, erfahren wir von unserem Rezensenten nicht. An den übrigen Beiträgen, die offenbar von der historischen Bedeutung und aktuellen Problematik des lauten Lesen handeln, hat der Rezensent, wie es scheint, nichts auszusetzen. Veranstaltern, Künstlern und Kritikern zeige der Band, wie anspruchsvoll eine Lesung ist; Zuschauern und Zuhören dagegen sage er, was sie von ihr erwarten können, versichert Lehmkuhl.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.03.2004

Dieser Band bietet "nichts wohlfeil Anekdotisches, kein Gejammer, keine Befindlichkeitsaufsätze", baut Karsten Kredel möglichen Bedenken vor. Statt dessen versammelt er "ein gutes Duzend Beiträge meinungsstarker Autoren", die "klug" zusammengestellt der Frage nachgehen, wozu Autorenlesungen eigentlich gut sind. Die Texte greifen, betont der Rezensent, "ganz von selbst ineinander", während sie die "Begründung einer literarischen Auffassung von mündlichem Vortag und Publikumsgespräch", die "Leseerfahrung als Phänomen", und die "Verwertungszusammenhänge, in denen gelesen wird" behandeln. Dem "schnellen Urteil ins Wort fallend", dass allein der Literaturbetrieb den "Lesezirkus" nötig habe, plädiere das vorliegende Buch dafür, dass die Literatur selbst der Lesung bedarf, berichtet Kredel in seiner Empfehlung des Sammelbandes, der mit der Forderung des Herausgebers schließt, die Lesung als ein Genre zu behandeln.
Mehr Bücher aus dem Themengebiet