Theresia Enzensberger

Blaupause

Roman
Cover: Blaupause
Carl Hanser Verlag, München 2017
ISBN 9783446256439
Gebunden, 256 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Luise Schilling ist jung, wissbegierig und voller Zukunft. Anfang der brodelnden zwanziger Jahre kommt sie an das Weimarer Bauhaus. Sie studiert bei Professoren wie Gropius oder Kandinsky und wirft sich hinein in die Träume und Ideen ihrer Epoche. Zwischen Technik und Kunst, Kommunismus und Avantgarde, Populismus und Jugendbewegung lernt Luise gesellschaftliche Utopien kennen, die uns bis heute prägen. Rasant und äußerst gegenwärtig erzählt Theresia Enzensberger von einer jungen Frau in den Wirren ihres Lebens: von den Konflikten zwischen Rechts und Links bis zum Sprung eines jungen Liebespaares in einen nächtlichen Fluss.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2017

Rezensent Andreas Platthaus schätzt Theresia Enzensberger eigentlich als kluge und sprachgewaltige Publizistin. Ihrem Debütroman "Blaupause" kann der Kritiker allerdings nur wenig abgewinnen: So ambitioniert er das Anliegen der Autorin, die gescheiterten Ideale und Ideologien des Bauhaus' mit unserer Gegenwart kurzzuschließen, auch findet - so wenig originell, mutig und überzeugend nimmt sich das Ergebnis aus, klagt Platthaus. Die Geschichte um die junge Luise Schilling, die sich gegen den Willen des Vaters als Architekturstudentin am Bauhaus versucht, gerät dem Rezensenten sprachlich zu "schwärmerisch" und unreflektiert, die Chronologie bleibt "reizlos" und trotz sorgfältiger Recherche kommen bedeutende Vertreter wie Moholy-Nagy, Klee oder Breuer zu kurz, fährt der Platthaus fort. Leicht lesbar ist der Roman durchaus, meint der Kritiker, dem es hier allerdings auch zu klischeehaft und "nostalgisch verbrämt" zugeht.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 15.07.2017

Für den Rezensenten Richard Kämmerlings ist Theresia Enzensbergers Romandebüt "Blaupause" eine gelungene Mischung aus "historischer Campus Novel" und "weiblichem Künstlerroman". Gern folgt er der "backfischhaften" Erzählerin Luise durch die vermeintlich fortschrittliche Bauhaus-Welt, um bald desillusioniert zu erkennen, wie verankert der "patriarchale Konservatismus" auch hier noch ist: Kämmerlings liest in den eindrücklichsten Passagen des Romans etwa, wie Luise bei ihren männlichen Kommilitonen nie zu Wort kommt oder wie ihr Mentor Gropius ihre Ideen für sein Projekt in Karlsruhe-Dammerstock verwendete. Wenn Enzensberger sämtliche "Topoi der Weimarer Republik" mit unterzubringen versucht, wird es dem Kritiker zwar ein wenig zu klischeehaft. Stattdessen hätte er sich etwa mehr Mut zum erzählerischen Risiko gewünscht. Als "souveränes Gesellenstück" einer jungen Autorin hat ihm das Buch allerdings gefallen.