Theodor W. Adorno

Kindheit in Amorbach

Bilder und Erinnerungen
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783458346234
Broschiert, 250 Seiten, 9,50 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Reinhard Papst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.09.2003

Ulrich Holbein hatte so seine Freude an drei "wunderbar instruktiven" Bildbänden zu Adorno, die seiner Meinung nach alle die Zeit seiner "Nippifizierung" anbrechen lassen: die Bildmonografie "Adorno", ebenso wie "Adorno in Frankfurt" und "Kindheit in Amorbach". Zum hermetischen Theoriewerk geselle sich mit diesen Bänden nunmehr das Triviale, konkrete Körperlichkeit (Adorno in Badehosen, Adorno als Schulanfänger, Adorno eisleckend beim Blondinengucken) weiche die erhabene Geistigkeit auf - ganz ungefragt werde der "theoretische Ästhet" "eingemeindet in alles, was zu überfliegen er sich elitär erdreistete". Holbein gibt sich weder kulturpessimistisch noch hämisch, sondern amüsiert-interessiert, zumal ihn die Qualität der Bildmonographien überaus zufrieden stellt: "Alle drei hochkompetent, perfekt, liebevoll ausgestatteten TWA-Bildmonografien, 800 einander ergänzende Seiten, schießen minuziös zu einem Triptychon-Medaillon zusammen, das den Negationsroutinier Theodor W. Adorno in seltsam versöhnliches Teddie-Licht taucht." Adorno zum Anfassen also, ganz menschlich und nahbar. Bis der kritische Theoretiker zur Samstagabendunterhaltung wird, übt Holbein schon mal ein paar Parolen ein: "Vom Pathos der Distanz zum Nilpferd-Maskottchen aus Speckstein - einmal Teddie, immer Teddie. (...) Philosophieren - jetzt!"

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.09.2003

Das Buch von Reinhard Pabst über Adornos Kindheit, hat Ludger Lütkehaus außerordentlich gut gefallen. Er preist es als "wunderbares Bilderlesebuch" und findet, dass es der Wichtigkeit des "Kindheits-Motivs" im späteren Schaffen Adornos Rechnung trägt. Erst aus dem Wissen um das "Paradies der umgebenden Wiesengründen" seiner Kindheit erschließe sich auch der "Höllensturz" Adornos durch Auschwitz, so der Rezensent zustimmend.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2003

Es sei dies, nimmt Rezensent Christian Geyer an, "die Biografie, die Adorno autorisiert hätte." In einem Interview im "Organ der Deutschen Postgewerkschaft" habe 1962 Adorno gesagt, wie Geyer berichtet, dass das, "was man im Leben realisiert, wenig anderes ist als der Versuch, die Kindheit verwandelnd einzuholen." Reinhard Pabst, der Herausgeber dieses Bandes, habe diese "Flaschenpost" offenbar empfangen, lobt Geyer, und dass hier ein "zartes biografisches Bildchen gemalt" worden sei, das Adorno im Ferienparadies seiner Kindheit, im Odenwaldörtchen Amorbach, zeige. Pabsts "ertragreiche Spurensuche" reflektiere "das Kind im Werk" und mache auch etliche bislang unbekannte Fotos zugänglich.
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