Diese Untersuchung beschäftigt sich mit der Politik des Deutschen Reiches gegenüber den außerhalb der Reichsgrenzen lebenden Menschen deutscher Volkszugehörigkeit mit fremder Staatsangehörigkeit, den sogenannten "Volksdeutschen", in den Jahren 1933 bis 1938. Als im Jahre 1933 in Deutschland mit der NSDAP eine Partei an die Macht kam, die den Zusammenschluß aller Deutschen in einem großdeutschen Staat als zentralen Programmpunkt herausstellte, mußte sich der nationalsozialistische Totalitätsanspruch besonders auf die "Auslanddeutschen", das heißt auf die Millionen von Volksdeutschen wie auch auf die im Ausland ansässigen "Reichsdeutschen", auswirken. Im Mittelpunkt dieser Studie steht die Auseinandersetzung zwischen nationalsozialistischen Regierungs- und Parteistellen, die für eine an den Interessen des NS-Staates orientierte Volkstumspolitik eintraten, und traditionalistisch geprägten Volkstumspolitikern, die die Eigeninteressen der deutschen Minderheiten im Ausland anerkannten und sich für eine unauffällige Unterstützung der Volksdeutschen durch das Mutterland einsetzten. Es wird untersucht, wie sich der vom Widerstreit zwischen Nationalsozialisten und Traditionalisten gekennzeichnete Konzentrationsprozeß vollzog und welche allgemeingültigen Leitsätze bestimmend für die Volkstumspolitik im "Dritten Reich" waren, die schließlich in die spezifische Umvolkungspolitik der SS mit ihrer machtstaatlichen Verfügung über deutsche und nicht-deutsche Volksgruppen mündete.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2005
Überzeugend findet Rezensent Rainer F. Schmidt diese Studie Tammo Luthers über die Volkstumspolitik im Nationalsozialismus, die sowohl diplomatischen Druck und militärische Drohgebärden als auch ideologische Unterwanderung und Agitation durch Parteigänger vor Ort beinhaltete. Schmidt berichtet über die Entwicklung der Volkstumspolitik aus dem Konzept der Mitteleuropaideologie zum völkisch-rassistischen Weltanschauungscode. Luthers Studie verdeutlicht seines Erachtens auch, "wie fundamental die Volkstumsideologie die deutsche Politik der Zwischenkriegszeit prägte". Mit "prägnanten Blick für das Wesentliche" arbeite Luther den Funktionswandel der Volkstumspolitik zum nationalsozialistischen Krisenwerkzeug heraus. Plausibel erscheint Schmidt dabei auch die These Luthers, für diese Entwicklung sei nicht das "Programm" Hitlers entscheidend gewesen, sondern das für die polykratische Struktur des NS-Staates so typische Kompetenzchaos.
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