Eine Reise zu den letzten unberührten Orten der Welt
C. Bertelsmann Verlag, München 2026
ISBN
9783570106150 Gebunden, 208 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Aus dem Französischen von Nicola Denis. Mit 22 SW-Fotografien und 2 Karten. Vom schottischen Orkney-Archipel über die Osterinseln bis Stromboli: Ein philosophischer Adventuretrip auf der Suche nach der unberührten Natur. Sylvain Tesson sucht die Extreme. In seinem neuen Buch erklimmt er die Säulen des Meeres, von der Felsnadel im französischen Étretat bis zum Totem Pole in Tasmanien, von den Färöer-Inseln bis zum Kap Hoorn begibt er sich auf eine Reise um die Welt, um jene Brandungspfeiler zu besteigen, die wie steinerne Mahnmale vor den Küsten in den Himmel ragen. An den Schnittpunkten von Meer, Wind, Sonne und Stille sucht Tesson nicht nur die Herausforderung des Aufstiegs zu entlegenen, vom Menschen unberührten Orten. Vielmehr wird das Erklettern dieser Säulen für ihn zu einer kontemplativen, fast meditativen Erfahrung - eine Einladung, über Leben und Tod, über die Natur und unser Verhältnis zu ihr und zu uns selbst nachzudenken.
Rezensent Dirk Fuhrig empfindet Sylvain Tessons neues, wieder die Extremzustände aufsuchendes Buch eher als "Zumutung". Was nicht heißt, dass der französische Extremsportler und Extremliterat nicht wieder sein spezielles Talent unter Beweis stelle: die gekonnte Verknüpfung von epischer Naturbetrachtung und philosophischer Reflexion, literarisch "perfekt ausgefeilt", muss Fuhrig anerkennen. Aber für ihn ist es einfach zu viel des Guten: wie Tesson diesmal dem Erklimmen von aus dem Meer herausragenden Felsspitzen einen "heiligen Ernst" auferlege und sich mit "barocker" Wortwahl - "wonnige Inbrunst", "Erhabenheit" oder "Himmelfahrt" zitiert Fuhrig etwa - in die metaphysische Ekstase hineinschraube, trifft eindeutig nicht den Geschmack des Kritikers, der außerdem noch reaktionäre Untertöne wahrzunehmen glaubt. Zum Glück wird das "dicke Gewölk von Emphase" immerhin zeitweise von kleineren Pointen aufgelockert, atmet der Kritiker auf, und auch die "unerreicht präzise" deutsche Übersetzung von Nicola Denis weiß er zu schätzen.
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