Der Ernst des Arbeitslebens sitzt uns tief unter der Haut das merkt man spätestens mit der ersten Rentenrate, meint Sven Kuntze, Journalist im Ruhestand. Denn mit dem Ende geregelter Arbeit drohen Verlust des Selbstwertgefühls und Lebensunordnung. Kuntze erinnert sich zu Beginn seiner neuen Zeitrechnung, dass über Jahrhunderte Muße unser Lebensziel war, nicht Arbeit. Wie aus dem Arbeitenden ein Flaneur, ein entschleunigter Genießer wird, verfolgt er an sich und einigen Altersgenossen. Um die Freiheit von Arbeit schätzen zu lernen, muss er sich neu erfinden, dabei alle unerbetenen Ratschläge genauso in den Wind schlagen wie frühes Aufstehen und Tagesplanung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2011
Nach dieser Lektüre interessiert sich Christian Geyer für den demografischen Wandel und zwar existentiell. Das Alter hat für den Rezensenten plötzlich eine Bedeutung, eine, die der Autor Sven Kuntze, selbst Ruheständler, also nah dran an seinem Thema, jenseits von geriatrischen Beschäftigungstherapien, wie Hundebesuch oder Ballwerfen verortet. Sogar das Thema Liebe im Alter reißt Kuntze an. Vor allem aber, das erkennt Geyer, bietet das Buch einen "Alarmplan" für den letzten Lebensabschnitt. In Form einer, wie Geyer findet, gut erzählten, weisen, nicht altersweisen Gesellschaftsanalyse plädiert der Autor für Schwimmbäder und Krafträume in Altersheimen zwecks sportivem Altern. Mens sana in coropore sano! Dann klappt's auch weiterhin mit der Liebe.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Dörte Hansen: Broder "Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…