Sven Hillenkamp

Fußabdrücke eines Fliegenden

Cover: Fußabdrücke eines Fliegenden
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2012
ISBN 9783608939644
Gebunden, 224 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

"Fußabdrücke eines Fliegenden" vereint Erzählungen und Gedichte, Szenen und Bilder - oft nur von der Länge eines Witzes - zu einem poetischen Geflecht. Mit seiner immer wieder neu ansetzenden Prosa, seiner nüchternen Poesie umkreist "Fußabdrücke eines Fliegenden" Schmerz, Verzweiflung, Verlassenheit - und leistet dabei Widerstand gegen das, was es beschreibt: Dem Schweren begegnet es mit Leichtigkeit. Das niemals Endende, Monolithische sprengt es in Stücke.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2012

Oliver Pfohlmann zeigt sich sehr angetan von Sven Hillenkamps Band "Fußabdrücke eines Fliegenden". Darin stellt der fiktive Autor Nils Nycander Reflexionen über das Schreiben an. Metaphern etwa misstraue Nycander, so der Rezensent, weil sie "noch dem Ungeheuerlichsten sein Plätzchen im heimatlichen Sprachzoo schaffen". Pfohlmann würdigt den knapp zweihundert kurze Texte umfassenden Band als "beeindruckendes Prosaexperiment" und als "Dichtung des Fading", ist doch jeder Text um ein Wort kürzer als der vorangegangene, bis der letzte schließlich nur noch aus einem Komma besteht. Der Rezensent sieht darin auch den Versuch zu prüfen, wie viele Worte ein literaturfähiger Text benötigt. Die Texte leben in seinen Augen von ihren "Paradoxien, Pointen und Inversionen". Das funktioniert für ihn zwar nicht immer, aber doch in den meisten Fällen. Und eine ganze Reihe von Texten findet er schlicht "atemberaubend", etwa den über die Spuren eines Schwans am Strand.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.04.2012

Burkhard Müller nimmt kein Blatt vor den Mund, um sein Missvergnügen an den Kurz- und Kürzestprosatexte von Sven Hillenkamp kundzutun. Hier wird lakonische Knappheit zur Behauptung von Bedeutsamkeit, die nicht eingelöst wird, urteilt der Rezensent streng. Dass die Pappkameraden, die der Autor als Protagonisten seiner von dreieinhalb Seiten bis zum bloßen Satzzeichen immer kürzer werdenden Texte vorstellt, auch noch allesamt Namen wie aus dem Möbelsortiment von Ikea tragen, steigert keinesfalls Müllers Lesefreude. Er fällt jedenfalls nicht auf den "Trick" herein, allein aufgrund von Kürze sich einreden zu lassen, er hätte es hier auch mit etwas Gewichtigem zu tun, wie er trotzig klarmacht.
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