Franz Schuh schätzt die Reihe der rororo monografien als sehr "verdienstvoll " und würdigt Sven Hanuschek, den Autor dieser Monografie zu Erich Kästner, als den "Kästner-Spezialisten unserer Tage", der bereits ausgewählte Briefe des Schriftstellers herausgegeben habe. Das vorliegende Buch ersetzt die Kästner-Monografie von 1960, informiert der Rezensent, der es als "guten Brauch" dieser Buchreihe feiert, das auch widersprüchliche Standpunkte zu den dargestellten Autoren Raum bekommen. Deshalb findet es Schuh richtig, dass Hanuschek auch Walter Benjamins vernichtendes Urteile über Kästner in seine Darstellung mit aufnimmt. Benjamin hatte Kästner "gequälte Stupidität" vorgeworfen; seine Melancholie sei von einem "Produktionsmittel in einen Konsumartikel" übergegangen und reine "Routine" geworden. Für den Rezensenten schließt die Einschätzung des Autors, dass sich Kästner schon allein wegen der unerschrockenen Adaptionen seiner Stoffe für Film und Radio als Repräsentant des 20. Jahrhunderts präsentiert, an Benjamins Betonung des "Zeitgemäßen" von Kästners Werken an, wenn Benjamin dies im Gegensatz zu Hanuschek auch durchaus negativ verstanden wissen wollte.
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