1949 startet die britische Rundfunksendung "Briefe ohne Unterschrift". Anonyme Zuschriften von DDR-Bürgern werden darin verlesen, immer am Freitagabend, über 25 Jahre lang. Susanne Schädlich entdeckte diese einzigartigen Zeitdokumente und erzählt nun von den britischen Journalisten, die so lange der DDR die Stirn boten. Vor allem aber setzt sie den mutigen Absendern ein Denkmal, die der gnadenlosen Nachverfolgung durch die Stasi zum Opfer fielen - unter ihnen ein Junge aus Greifswald …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.07.2017
Daniela Münkel liest Susanne Schädlichs Vorstellung der "Briefe ohne Unterschrift" von DDR-Bürgern an die BBC aus den Jahren 1949-1974 mit Spannung. Was die Menschen in der DDR bewegte und was sie in den Briefen anonym äußern konnten, vom Mauerbau bis zu Alltagssorgen, scheint Münkel selbst bewegend. Auch wenn die Herausgeberin keine systematische Auswertung der Briefe bietet, sondern sich mit ihrer Spurensuche nach den Absendern in das Zwischenreich zwischen Fiktion und Realität begibt, wie Münkel feststellt, ist die Rekonstruktion der manchen Briefen folgenden Stasi-Aktivitäten für die Rezensentin dennoch aufschlussreich und bewegend.
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