Mit großer poetischer Kraft erzählt Sudabeh Mohafez in ihrem ersten Roman von dem Versuch, ohne Worte mitzuteilen, was eigentlich unaussprechlich ist. Eine den Atem raubende Geschichte, geflochten wie ein Zopf. Ein neuer Ton in der zeitgenössischen Prosa.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.02.2006
Christina Maria Berr kann diesem Roman der deutsch-iranischen Autorin Sudabeh Mohafez rein gar nichts abgewinnen. Der Roman ist ein Frauenroman, der über vier Generationen von gequälten und geschundenen Frauen erzählt, teilt die Rezensentin mit. Sie findet, dass das Geschehen "unwahrscheinlich" und die Wirkung vor allem dadurch untergraben werde, dass die Autorin in hochdramatischer Sprache "Leid an Leid" reiht. Zudem geht es Berr auf die Nerven, dass die Protagonisten unentwegt "in sich hinein horchen" und sich in "hypochondrischer" Selbstbeobachtung verlieren. Offenbar rühren in dieser Häufung die geschilderten Frauenschicksale die Rezensentin keinen Deut, und sie wirkt eher enerviert von den "klischeehaften Symbolen", die die Autorin bemüht oder von der gewollt kunstreichen Sprache, die "bisweilen verunglückt", wie die Rezensentin moniert. Wenn Mohafez dann auch noch das Mittel der "Auslassung" ständig überstrapaziert, um mit dunklen Geheimnissen Spannung zu erzeugen, dann ist Berr am Ende richtig "froh", dass in diesem Roman nicht alles erzählt und manches ausgelassen wird.
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