Aus dem Englischen von Martina Wiese. Wie funktioniert Sprache? Wie erlernen Kinder ihre Muttersprache? Warum verändern sich Sprachen über die Zeiten hinweg, so dass etwa Originaltexte aus dem Mittelhochdeutschen uns heute kaum noch verständlich sind? Warum weisen Sprachen so viele Eigentümlichkeiten und Unregelmäßigkeiten auf? Sind sie dennoch im Kern einander gleich? Wie werden neue Wörter geschaffen? Und wo im Gehirn sitzen die sprachlichen Fähigkeiten? In seinem neuen Buch gibt Steven Pinker Antworten auf diese und viele weitere Fragen. Das Buch teilt den Witz und den Stil von Pinkers Klassiker "Der Sprachinstinkt", aber es untersucht Sprache in einer völlig neuen Weise.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.12.2000
Lutz Hagestedt lobt an den Überlegungen Pinkers insgesamt die Verbindung von Wissenschaft und Anschaulichkeit, wodurch seine Bücher gleichermaßen für Fachpublikum wie Laien interessant zu lesen sind. Im vorliegenden Band beschäftigt sich der Autor, wie Hagestedt erläutert, mit unregelmäßigen Verben und der Frage, wie das Erlernen dieser Verben vonstatten geht. Der Rezensent sieht bei Pinkers Überlegungen einen Versöhnungsversuch zwischen dem Realismus auf der einen Seite, der davon ausgeht, dass "der menschliche Geist vom Geburt an im wesentlichen strukturiert und ausgebildet ist", und andererseits dem Behaviourismus, der sich den menschlichen Geist für ursprünglich "unstrukturiert und leer" vorstellt. Pinker halte beides für teilweise richtig, erläutert Hagestedt. Denn regelmäßige Konjugationen seien für ihn "durch die Regel festgelegt", während unregelmäßige Verben "memoriert" werden müssten. Dies liegt nach Pinker, wie der Rezensent weiter referiert, an der Speicherung der verschiedenartigen Verben in unterschiedlichen Hirnregionen. Insgesamt scheint Hagestedt Pinkers Überlegungen durchaus plausibel zu finden, zumal er dem Autor eine große Kompetenz in den "Disziplinen Computerlinguistik, Künstliche-Intelligenz-Forschung, Experimentalpsychologie und Spracherwerb" bescheinigt.
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