Stephen Schröder

Die englisch-russische Marinekonvention

Das Deutsche Reich und die Flottenverhandlungen der Tripelentente am Vorarbend des Ersten Weltkriegs. Diss
Cover: Die englisch-russische Marinekonvention
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, 2007
ISBN 9783525360699
Gebunden, 790 Seiten, 79,90 EUR

Klappentext

Welche Rolle spielten die Verhandlungen über eine englisch-russische Marinekonvention in der Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs? Haben die geheim geführten Gespräche, die im Frühjahr 1914 durch einen deutschen Agenten verraten wurden, die Berliner Risikopolitik im Juli 1914 beeinflusst und somit zum Ausbruch des Krieges beigetragen? Wie erheblich ist ihre Einflussnahme einzuschätzen? Wie kam es überhaupt zur Aufnahme der Verhandlungen? Die Studie von Stephen Schröder gibt Antwort auf diese in der historischen Forschung umstrittenen Fragen und bietet die erste detaillierte, alle relevanten Aspekte und Akteure berücksichtigende Untersuchung der Flottenverhandlungen und ihrer Rückwirkungen auf das Deutsche Reich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2007

"Langatmig und tapfer" zeichne Stephen Schröder die diplomatischen Verhandlungen der englisch-russischen Marinekonvention am Vorabend des ersten Weltkriegs nach, notiert Michael Salewski. Wie Schröder den diplomatischen "Leerlauf" beschreibt, die Selbstbezüglichkeit und Inkompetenz der Akteure, das leuchtet dem Rezensenten trotz einiger Längen unmittelbar ein. Zudem hat er gelernt, dass Staaten damals als Individuen begriffen wurden und sich fatalerweise auch so benahmen, und dass es keineswegs zwei gegenüberstehende Blöcke in Europa gab, sondern höchst flüssige und vergängliche Allianzen das Bild bestimmten. "Jederzeit war diplomatisch gesehen alles möglich." Krieg habe keiner der Mächte gewollt. Die von Schröder und anderen Kollegen vertretene These, dass allein Gavrilo Princip mit seinem Mord des Erzherzogs Franz Ferdinand und seiner Frau das millionenfache Schlachten nicht nur ausgelöst, sondern tatsächlich verursacht hat, kann der Rezensent nicht fassen. Zu seinem Entsetzen kommt sie ihm aber gar nicht so unwahrscheinlich vor.
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