"Und er gehorcht, indem er überschreitet": Was Rainer Maria Rilke in seinen "Orpheus"-Sonetten formuliert, lässt sich auch als Motto des Komponierens für Stimme lesen. Von Monteverdi bis heute versuchen Komponistinnen und Komponisten, den Möglichkeiten der menschlichen Stimme zu folgen und gleichzeitig diese Möglichkeiten und damit die Grenzen des Musiktheaters zu erweitern.
In diesem Buch erkunden international renommierte Autoren den Umgang mit der menschlichen Stimme - im Wechsel der Stile, Gattungen und individuellen Schreibweisen.
Neben einem historischen Überblick bietet der Band Gespräche mit zwölf führenden Komponistinnen und Komponisten unserer Zeit:
John Adams, Chaya Czernowin, Peter Eötvös, Beat Furrer, Adriana Hölszky, Toshio Hosokawa, Helmut Lachenmann, Aribert Reimann, Wolfgang Rihm, Kaija Saariaho, Miroslav Srnka und Jörg Widmann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.11.2017
Jens Malte Fischer ist beeindruckt von dem von Stephan Mosch herausgegebenen Handbuch. Die Stimme in der Musik gewinnt entschieden an Bedeutung, liest man die durchweg qualitativ hochwertigen, mitunter aber auch streitbaren Experten-Texte, meint Fischer, der im Band zunächst mit der Geschichte der Gesangsstimme von Monteverdi bis Henze vertraut gemacht wird. Die Komponistengespräche im zweiten Teil des Bandes führen laut Fischer aktuelle Diskussionen weiter, etwa über die elektronische Klangverstärkung der Stimme.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2017
Jürgen Kesting trifft in dem von Stephan Mösch herausgegebenen, auf eine Ringvorlesung zurückgehenden Sammelband mit Beiträgen zum "Komponieren für Stimme" auf allerhand anregende Gedanken. Vom Durchgang durch die Geschichte der Oper in fünf Jahrhunderten über das französische Musiktheater und die Musik Händels bis zu den Vokalprofilen der bedeutendsten Mozart-Sänger und zum Wagner-Gesang reicht das Themenspektrum laut Kesting. Konzis, fesselnd und vergnüglich findet der Rezensent die Lektüre der Texte.
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