Die diskursanalytische Studie "Eingebildete Körper" untersucht die innersubjektive Dimension von Sexualität, wie sie sich in der Goethezeit im Rahmen der fiktiven Konstituierung der bürgerlichen Lebenswelt herausbildet. Mit der vom ästhetischen Ideal geforderten moralischen Vergeistigung des Körperlichen verschiebt sich auch die Sexualität von der sinnlichen Erfahrung in den Bereich der Phantasie, die die reale Geschlechtsbeziehung präfiguriert oder dem sexuellen Begehren in der Autoerotik Befriedigung verschafft. Exemplarisch wird am "Werther" der Prototyp des romantisch-narzisstischen Liebhabers analysiert, der zwar die soziale Kontrolle der sexuellen Körper mit Hilfe der Fantasie überwindet, sich aber zugleich so in seine sexuellen Einbildungen verfängt, dass ihm die halluzinatorische Autoerotik zunehmend die intersubjektive Liebe ersetzt.
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