Die diskursanalytische Studie "Eingebildete Körper" untersucht die innersubjektive Dimension von Sexualität, wie sie sich in der Goethezeit im Rahmen der fiktiven Konstituierung der bürgerlichen Lebenswelt herausbildet. Mit der vom ästhetischen Ideal geforderten moralischen Vergeistigung des Körperlichen verschiebt sich auch die Sexualität von der sinnlichen Erfahrung in den Bereich der Phantasie, die die reale Geschlechtsbeziehung präfiguriert oder dem sexuellen Begehren in der Autoerotik Befriedigung verschafft. Exemplarisch wird am "Werther" der Prototyp des romantisch-narzisstischen Liebhabers analysiert, der zwar die soziale Kontrolle der sexuellen Körper mit Hilfe der Fantasie überwindet, sich aber zugleich so in seine sexuellen Einbildungen verfängt, dass ihm die halluzinatorische Autoerotik zunehmend die intersubjektive Liebe ersetzt.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…