Aus dem Englischen von Kai Brodersen. Diese kleine Geschichte der Welt zwischen 1000 v. Chr. und 300 n. Chr. löst sich souverän aus der eurozentrischen Perspektive und weitet den Blick auf eine Antike vom Pazifik bis zum Atlantik. In dieser Zeit entstanden dort aus einer Vielzahl regionaler Staaten eine kleine Anzahl großer Imperien: Das Jin-Reich in China, das sassanidische Persien und das Römische Reich beherrschten mehr als die Hälfte der damaligen Weltbevölkerung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2022
Rezensent Uwe Walter folgt interessiert der Summe von Stanley Bursteins Gedanken über die antike Globalgeschichte in seinem neuen und knappen Buch "Antike Global". Der Hellenismus-Kenner rückprojiziert darin fortschritts- und wachstumskritische Ideen von der mitteleuropäischen Peripherie, Afrika und dem asiatischen Raum in zwei bis vier Jahrhunderten je Schnitt, erklärt Walter. Dabei bekäme zwar nur das abschließende dritte Jahrhundert ein eigenes Kapitel, die Prioritäten des Autors werden dadurch aber deutlich. Die Beschreibung der verschiedenen globalgeschichtlichen Zusammenhänge, beispielsweise der aus der zunehmenden Konnektivität Afro-Eurasiens entstandene Wohlstand der römischen Kaiserzeit, findet der Rezensent erhellend und er lernt hier immer wieder Konstellationen kennen, aus denen sich solche Weiterentwicklungen ergeben konnten, auch wenn diese laut Burstein nicht unbedingt historisch-gesetzmäßig oder mechanisch zustande kamen. Trotzdem kann das Vorgehen des Autors, das an David Graeber und David Wengrow erinnere, in Walters Augen keinen Honig aus diesem Buch saugen, resümiert Walter.
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