Herausgegeben von Andreas Hilger, Mike Schmeitzner und Clemens Vollnhals. Dieser Band vergleicht erstmals systematisch die sowjetische Besatzungspolitik in Österreich und in Deutschland nach 1945. Weshalb konnte Österreich seine staatliche Souveränität bewahren und 1955 den Abzug aller Besatzungstruppen erreichen, während Moskau im selben Jahr seine These von der Existenz zweier deutscher Staaten endgültig zementierte? Die Beiträge stellen die Gemeinsamkeiten der Instrumente und Maßnahmen der Besatzungsmacht dar und beleuchten darüber hinaus die fundamentalen Unterschiede in der Ausgangslage und der Besatzungssituation.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2007
Instruktiv scheint Rezensent Wilfried Loth dieser von Andreas Hilger und anderen herausgebene Band, der einen vergleichenden Blick auf Stalins Besatzungspolitik in Deutschland und Österreich wirft. Die einzelnen Studien kommen nach Ansicht Loths zwar nicht immer zu denselben Antworten, bieten aber insgesamt einige neue aufschlussreiche Einsichten. Besonders hebt er Hilgers Studie über die Tätigkeit der sowjetischen Sicherheitsorgane in Deutschland hervor, die in seinen Augen wesentlich zum Verständnis der unterschiedlichen sowjetischen Besatzungspolitik in Deutschland, das schließlich geteilt wurde, und Österreich, das einen neutralen Status erhielt, beiträgt. Deutlich wird für ihn, dass unter anderem hier die rasche, stabilisierend wirkenden Regierungsbildung in Österreich, die verschiedene administrative Praxis in beiden Ländern und die anders gehandhabte Einsetzung beziehungsweise Förderung von kommunistischen Kadern in öffentliche Ämter eine große Rolle spielte. Neben Hilgers Studie hebt Loth auch den Beitrag von Aleksej Filitov über das Ordnungsmodell, das der sowjetischen Waffenstillstandskommission vorschwebte, hervor.
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