Matthes und Seitz, Berlin 2026
ISBN
9783751810852 Gebunden, 206 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Aus dem Dänischen von Peter Urban-Halle. Tara Selters befindet sich nun schon seit 4541 Tagen im 18. November. Sie lebt mit anderen Zeitgefangenen in einem verlassenen Universitätsgebäude in Lüttich, wo der Stillstand der Zeit eine einmalige Gelegenheit bietet: Forschung ohne politische und finanzielle Zwänge. Die Bewohner sammeln und teilen Wissen, entwickeln Hypothesen zur Funktionsweise der Zeit, üben Kritik an Darwins Evolutionstheorie, widerlegen den berühmten soziologischen Marshmallow-Test oder recherchieren zum Verbleib von Immanuel Kants Schädel. Um dieses vielfältige Wissen zu bewahren, wird ein Archiv notwendig - und wer wäre für dessen Aufbau besser geeignet als Tara, die ehemalige Antiquarin. Sie versteht ihre Arbeit als floristische Kunst: Erkenntnisse werden wie Blumensträuße gebündelt, Experimente, Träume und Spekulationen zu einem bunten Gewebe aus Einsichten verwoben. Dabei zeigt sich, wie fragil und zugleich mächtig das Sammeln und Ordnen von Wissen ist: Es stiftet Orientierung, weckt Staunen und eröffnet neue Möglichkeiten, selbst in einem immergleichen Tag.Über die Berechnung des Rauminhalts V ist eine poetische Reflexion über die Bedeutung von Wissen in einer Zeit, die selbst zum Rätsel geworden ist. Wie können Erkenntnisse neue Wege zeigen, jenseits von unbedingtem Fortschrittsstreben und Konsum? Und ergibt sich dabei ein Ausweg aus dem 18. November?
Rezensent Richard Kämmerlings bleibt die Spannung bis zum Ende erhalten beim Lesen des fünften Bandes von Solvej Balles Zeitschleifen-Romanzyklus. Dass die Protagonistin einmal den Bann des immer wiederkehrenden 18. Novembers durchbrechen können wird, scheint er inständig zu hoffen. Im fünften Band indes bleibt Kämmerlings selber hängen, derart fasziniert ist er von Balles philosophischer Versuchsanordnung, für Kämmerlings nicht weniger als ein Gesellschaftsroman im Kleinen und eine zwischen den Genres Robinsonade und Mystery changierende Etüde über das Verhältnis von Freiheit und Determination. Wer braucht da einen Spannungsplot? Für das ewig wiederkehrende Alltägliche erzeugt der Roman laut Kämmerlings eine enorme Aufmerksamkeit.
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