Slavoj Zizek

Was ist ein Ereignis?

Cover: Was ist ein Ereignis?
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2014
ISBN 9783100022240
Gebunden, 208 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Karen Genschow. Was passiert wirklich, wenn etwas geschieht? Was ist ein Ereignis? Slavoj Zizek erkundet diese alte Frage, indem er Unterscheidungen trifft: Zunächst betrachtet er das Ereignis als Rahmung, als Sündenfall und als Aufklärung. Dann unterscheidet Zizek drei Ereignisse in der Philosophie: die Wahrheit, das Selbst, das Universale. Und schließlich spricht er über drei Ereignisse in der Psychoanalyse: das Reale, das Symbolische, das Imaginäre.
Von Platon über den Buddhismus bis Shakespeare, Wagner, Chesterton, Hegel und natürlich Lacan legt Zizek das Wesen des Ereignisses frei, um schließlich die zentralen Umrisse einer Antwort auf die alles entscheidende Frage zu skizzieren: Was ist ein politisches Ereignis?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.07.2015

Für Markus Gabriel gehört dieses Buch zu Slavoj Zizeks besseren. Dass der Marxist Zizek an seiner Ideologiekritik festhält, macht Sinn, findet Gabriel, auch wenn ihm Zizeks Festhalten am Kommunismus auf die Nerven geht. Doch dass Zizek den Fortschritt weiterhin für möglich hält, dass er das "Ereignis" als den zentralen Moment herausarbeitet, in dem die Wirklichkeit durch die Konstruktion unserer Weltwarhnehmung bricht, das findet Gabriel richtig und wichtig: Denn auch dem Rezensenten behagt nicht das Überhand nehmende Leugnen der menschlichen Freiheit durch Neurowissenschaft und Neurophilosophie, die einer Ideologie der Verantwortungslosigkeit Vorschub leiste, in der es kein Ich und kein Selbst mehr gibt, sondern nur noch Natur und Hirn.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.10.2014

Für Rezensent Arno Frank ist der prominente und nicht zuletzt dank Online-Videoportalen zu Popularität gelangte Slavoj Zizek ein Philosoph geradezu antiker Prägart: Eine Person im Spannungsverhältnis zwischen Öffentlichkeit und akademischem Elfenbeinturm, doch von beiden Seiten argwöhnisch beäugt. Wendet man sich Zizek jenseits seiner Entertainerqualitäten, also seinen Schriften zu, wird die Sache allerdings schon schwieriger, räumt der Kritiker ein, der sich deshalb über diesen schmalen Band des Slowenen sehr freut: Dieser kann nämlich ohne weiteres als Einstiegshilfe ins Zizek'sche Denken zu Rate gezogen werden und bietet also "Zizek in einer Nussschale", so Frank. Dass der Philosoph die Ausgangsfrage des Titels nicht einfach stringent zu beantworten versucht, sondern als Aufhänger für zahlreiche Umwege nutzt, um eine ganze Vielfalt von Themen und Problemfeldern anzusprechen, hält Frank für eine große Stärke des Buchs, führt es ihn doch auf diese Weise tief hinein in die allgemeine philosophische Kampfarena.