Ales Steger

Buch der Dinge

Gedichte
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783518418192
Gebunden, 92 Seiten, 17,80 EUR

Klappentext

Aus dem Slowenischen von Urska P. Cerne und Matthias Göritz. "Nicht für jedes Ding gibt es ein Wort", vermeldet das Große Wörterbuch der slowenischen Sprache. Aleš Šteger, als Reisender in vielen Sprachen und Ländern zu Hause, Autor mehrerer Gedichtbände und einer Reiseprosa über Peru und Cesar Vallejo, stellt diese Einsicht seinem neuen Lyrikband als Motto voran. Doch es fehlt nicht nur an Worten. Wie seine streng gebauten, leichtfüßigen Texte, 50 Gedichte, zeigen, haben wir schon das Selbstverständliche nie richtig kennengelernt: Büroklammer, Seife, Zahnstocher ("dieser kleine Robespierre im Maul des Polyphem"), Regenschirm, Hut und Fußmatte. In Štegers Gedichten werden sie aufgerufen und treten uns, dem Allgemeinbegriff entschlüpft, entgegen; sie stellen Fragen, die zu groß sind für so kleine Dinge.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006

Den Band mit Gedichten des slowenischen Lyrikers Ales Steger hält Harald Hartung für nur teilweise gelungen. Zwar betitelt er Steger eingangs übermütig als "jüngsten Nachfahren des Lukrez", doch nur, um die Diskrepanz zu verdeutlichen: So unbezweifelbar wie einst sind die Dinge längst nicht mehr, und Stegers Poetik nimmt im Kontingenten von Seife und Zahnstocher ihren Anfang. Im Verlauf der Texte aber wird es nicht selten surreal, wie Hartung anmerkt, und da beginnen seine Schwierigkeiten mit den Gedichten. Allzu oft erkennt er "Taschenspielertricks" und weiß dann nicht mehr, ob er es ernst nehmen oder lachen soll. Nimmt er es ernst, stößt Hartung auf die "alte Unterlegenheit" der Dinge. Nimmt der Dichter sein Tun ernst allerdings, so gibt uns der Rezensent zu verstehen, lässt er die "Banalität der Redensarten" und der simplen Reihungen und Beschreibungen hinter sich; die Verdichtung wird dann witzig und klug.
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