Übersetzt von Katharina Wolf-Grießhaber. Picassos Bild "Dora und der Minotaurus", das ein Ungeheuer mit Menschenleib und Stierkopf beim Liebesakt zeigt, verkörpert die Bestialität des Menschen und die tödlichen Wunden, die die Liebe verursacht. Im wahren Leben ist Picasso selbst das Ungeheuer, das die Frauen zerstört und in den Wahnsinn treibt.
Dora Maar, geboren 1907 in Paris und aufgewachsen in Buenos Aires, war mehr als nur eine von vielen Geliebten des genialen Picasso. Schon vor ihrer Beziehung zu ihm war sie eine erfolgreiche Fotografin und gehörte zu den schillerndsten Figuren der Pariser Avantgarde um André Breton, Brassaï und Man Ray. Während ihrer langjährigen Liaison hielt Picasso ihre rätselhafte Ausstrahlung in einer Reihe von Porträts fest.
In ihrem neuen Roman lässt Slavenka Drakulić diese ungewöhnliche Frau selbst zu Wort kommen. Sie verleiht derjenigen eine Stimme, die sich selbst entschlossen hatte, zu schweigen...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.01.2017
Nico Bleutge zeigt sich enttäuscht von Slavenka Drakulics Roman über die amour fou zwischen Dora Maar und Picasso. Die funkelnden Bildbeschreibungen im Buch können Bleutge nicht von der Tatsache ablenken, dass es der Autorin nicht gelingt, die literarische Konstruktion (ein fingiertes Notizbuch als Möglichkeit zum Rückblick auf die Beziehung) mit Leben zu füllen. Statt eines schön verspiegelten Textes über die Schwingungen der Liebe zwischen Buenos Aires und Paris und die Brüchigkeit der Erinnerung bekommt der Rezensent einen in Dichotomien verharrenden mit psychoanalytischen Begriffen um sich schmeißenden wenig überzeugenden Roman.
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