Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2001
Zwiespältig äußert sich Tilman Spreckelsen über dieses Buch. Einerseits scheint ihm die Idee, den Spuren und Wandlungen des `ewigen Juden` Ahasver, der von Jesus wegen seiner Hartherzigkeit zum ewigen Wandern verdammt wurde, in der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts nachzugehen. Doch im Detail hat der Rezensent dann doch einiges an Körtes Vorgehensweise auszusetzen. Zwar findet es Spreckelsen legitim, dass auch Texte untersucht werden, in denen nicht ausdrücklich von `Ahasver` die Rede ist, sondern die lediglich ein starke Verwandtschaft mit dem Motiv erkennen lassen. Doch werde bei Körte nicht immer klar, ob die Protagonisten der Texte tatsächlich von ihren Autoren `Ahasver` genannt werden, oder ob die Autorin selbst sie so bezeichnet. Darüber hinaus hätte sich Spreckelsen eine stärkere Berücksichtigung der "Trivialliteratur des neunzehnten Jahrhunderts" gewünscht, auch wenn er sich insgesamt mit der Auswahl der Texte zufrieden zeigt. Positiv wertet Spreckelsen auch Körtes "immense Vertrautheit mit der Motivgeschichte des Wanderers".
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