Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2002
Die junge Lyrikerin Silke Scheuermann ist, meint Harald Hartung in seiner Rezension, ein wenig "anders als die anderen". Privates, Erotik und Beziehungsprobleme kommen in ihren Gedichten kaum vor, mehr Interesse zeigt sie am "kosmologischen Möglichkeitssinn". Ihre Lyrik ist in erster Linie, so der Rezensent, "phantasievoll", ihr wichtigster Kunstgriff der der "Miniaturisierung", mit dem sie ihre großen Themen aufs Menschenmaß verdichtet. Eine besondere Rolle, im Titel, aber auch immer wieder im einzelnen, spielt dabei die Möwe, als "Möwenflüge" beschreibt Hartung denn auch ihre "phantasievollen Ausflüge in Welt und Leben". Alles in allem findet er Scheuermanns Debüt: "glänzend".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2001
Fast verzückt bespricht Kurt Drawert das Debüt von Silke Scheuermann. Als zentrale Motive macht er zum einen die Liebe (und ihr Ausbleiben) und zum anderen die "bezweifelte Wirklichkeit" aus, wobei er von der Umsetzung beider Motive begeistert ist. Die Liebe erscheine trotz der (seiner Meinung nach überaus gelungenen) Verwendung von lyrischem "Ich" und "Du" als "das menschliche Urmotiv schlechthin", während das Motiv der bezweifelten Wirklichkeit auch in der Struktur der Gedichte hervorragend umgesetzt sei. Wer in diesen Gedichten Gewissheiten sucht, warnt Drawert, ist hier aufgrund der "Gleichzeitigkeit sich einander eher ausschließender als ergänzender Vorgänge" an der falschen Adresse, und auch das Fehlen übermäßiger stilistischer Experimente tut der Wirkung dieser Lyrik seiner Meinung nach keinen Abbruch - im Gegenteil.
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