Antonis Sourounis

Der Rosenball

Roman
Cover: Der Rosenball
Piper Verlag, München 2001
ISBN 9783492042031
Gebunden, 480 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Aus dem Griechischen von Gesa Schröder. Noussis ist ein Besessener, ein Abenteurer, der die Vorstädte Thessalonikis gegen die Spielkasinos Europas eingetauscht hat - weil er nicht glauben mag, dass das Glück unberechenbar ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.03.2002

Sabine Peters macht ihrem Ärger über dieses Buch deutlich Luft. In Griechenland werde der Autor viel gelesen, weiß die Rezensentin, vielleicht finde seine Erzählung über eine Gruppe leidenschaftlicher Spieler auch hier Leser, was Peters allerdings nicht nachvollziehen kann. Nicht nur, dass dieser Roman zwar an Dostojewskis "Spieler" erinnert, aber ihm nicht im geringsten das Wasser reichen kann, hält die Rezensentin davon ab, die Lektüre weiterzuempfehlen. Vor allem stört sie die ungebrochene Figurenzeichnung des Autors. Hier läuft alles prima, "Geld, Glitzer, Glamour und Sex" nehmen von Anekdote zu Anekdote zu, "Chablis und Austern" bestimmen das Leben des Protagonisten. Und dann ist da noch, schimpft Peters, diese "internationale Art von Herrenwissen", die sich durch das Buch zieht. Peters findet das langweilig oder "gereizt gesagt: ätzend".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2001

Silke Scheuermann ist hingerissen. Antonis Sourounis Roman über die Geschichte eines Spielers "ist reizvoll und rührend und jede Seite wert", schreibt die Rezensentin. Sein Protagonist hat mit Dostojewskis "Spieler" wenig gemein. Er fährt von Frankfurt nach Wiesbaden ins Spielkasino nicht nur seiner Sucht wegen, sondern um alles zu genießen, was mit diesem Ausflug zusammenhängt: die Busfahrt, das Interieur der Spielstätte, die Beobachtung der Menschen. Die Spielsucht verweise hier nicht auf das große Scheitern, sondern auf die Glückssuche des kleinen Mannes, so Scheuermann. Erzählt wird nicht eine Geschichte, sondern ein wunderbarer Reigen voller skurriler Figuren, schwärmt die Rezensentin. Ehrlichkeit, Liebe, Freundschaft und Humor - diese altmodischen Tugenden erstrahlen bei Sourounis in neuem Glanz. Und die Begeisterung der Rezensentin für diesen Roman verdeutlicht, dass sie nichts dagegen einzuwenden hätte, wenn auch acht weitere Romane des Autors ins Deutsche übersetzt werden würden.